Richtung Inklusion

Herzlich Willkommen auf der Station A3.

Seit den 70er Jahren gelten Menschen, die abhängig von Alkohol, Tabletten und anderen Substanzen sind, als suchtkrank. In der Bevölkerung nehmen diese Erkrankungen zu. Zunehmend zu beobachten sind Suchterkrankungen auch in Verbindung mit einer psychiatrischen Erkrankung, wie einer Depression, einer Angst- oder Persönlichkeitsstörung oder Psychose. Häufig ist eine psychiatrische Krankheit Auslöser der Sucht. Wenn eine psychiatrische Erkrankung auf eine Sucht trifft, nennen wir das Komorbidität. Diese Krankheiten treten nicht nur parallel auf, sie müssen auch parallel behandelt werden.

Die Station A3 ist als Teil des suchtmedizinischen Fachbereichs spezialisiert darauf, alle Krankheitsbilder individuell zu betreuen. Die mehrstufige Behandlung durchbricht den Kreislauf der Komorbidität und bietet Lösungen – für einen Weg aus der psychiatrischen Erkrankung und der Sucht gleichermaßen.

Unsere Station ist als Teil der Abteilung Suchtmedizin und spezielle Psychiatrie offen geführt. Es gibt 30 Behandlungsplätze.

Die Therapie

Wenn Emotionen und Gefühle nicht mehr richtig verarbeitet und weder vernünftig herauf-, noch herunterreguliert werden können, dann führt das zum Fehlverhalten in ganz alltäglichen Situation. Die Theorie kennt viele Wege in die Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol. Wer süchtig ist, hat ein stückweit die Kontrolle verloren. Wer süchtig ist, wird von seiner Sucht kontrolliert und von Gefühlen, die sich nicht mehr steuern lassen. Eine Spirale, die immer tiefer in die Abhängigkeit führt und aus der es alleine kein Entkommen geben kann. Gemeinsam mit unseren Entgiftungspatienten und Patienten mit komorbider Suchterkrankung finden wir eine Möglichkeit, Emotionen und Verhalten aufeinander abzustimmen. Wir entkommen dem Teufelskreis von überwältigenden Emotionen und Drogenkonsum. Wissenschaftlich fundiert und individuell angepasst.

Nach einer medizinischen Grunduntersuchung werden Behandlungsziele und ein individuelles Therapieprogramm festgelegt.

Unterschieden werden dabei:

Entgiftung

Bei der Entzugsbehandlung, der Lebens- und auch Überlebenssicherung, konzentrieren wir uns auf körperliche und seelische Stabilisierung. Die Entgiftung wird fachärztlich medizinisch unterstützt. Unsere Psychoedukation umfasst motivationsfördernde und soziotherapeutische Einheiten. Es geht darum, auf den Alltag nach der Sucht vorzubereiten und alles daran zu setzen, einen Rückfall zu verhindern. Bei Verdacht auf eine komorbide Störung findet eine psychiatrische und psychotherapeutische Diagnostik statt. So erkennen wir alle Faktoren einer Sucht und alle Probleme frühzeitig und können den Therapieplan individuell anpassen. Wir orientieren uns mit der Behandlung an den Patienten und entscheiden alles gemeinsam. Nur so lässt sich die Entgiftung erfolgreich gestalten. Die Dauer umfasst etwa 10 Tage.

Qualifizierte Entgiftung

Das Rahmenkonzept: Qualifizierte Entgiftung für NRW. Die Idee: Patienten begleiten. Von der Erstbehandlung an wollen wir Patienten unterstützen und ihre Motivation stärken, in der ambulanten Suchthilfe und mit suchtspezifischen Rehabilitationsmaßnahmen. Die qualifizierte Entgiftung wird fachärztlich geleitet und von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt. Informationsveranstaltungen klären auf über Ursachen, Komplikationen und Behandlungsmöglichkeiten einer Sucht und gegebenenfalls einer psychiatrischen Erkrankung. Wir beobachten das Verhalten, die Bereitschaft unserer Patienten, etwas zu verändern und die Bemühungen, die investiert werden. Wir bewerten den Fortschritt gemeinsam. Je mehr sich Patienten einsetzen, desto besser. Das Vernetzungsangebot ist groß. Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen ermöglichen eigenverantwortliches Engagement.

Über die stationäre, soziotherapeutische Begleitung ist ebenfalls unter bestimmten Kriterien die Einleitung von therapeutischen Maßnahmen für eine Rehabilitation möglich. So werden:

  • Patienten mit drohendem Arbeitsverlust durch die Suchterkrankung
  • Patienten mit ausgeprägten körperlichen Folgeschäden der Suchterkrankung
  • Patienten mit Kindern bei soziofamiliären Problemen als Folge der Suchterkrankung und
  • Patienten die trotz guter Anbindung an das ambulante Suchthilfesystem bisher keine Abstinenz erlangen konnten

besonders berücksichtigt. Voraussetzung ist Lernfähigkeit und Veränderungsbereitschaft.

Die Dauer beträgt etwa 18 Tage.

Behandlung komorbider Störungen & Psychotherapie

Nach der Entgiftung behandeln wir komorbide Patienten psychotherapeutisch und psychiatrisch-medizinisch sowie soziotherapeutisch. Ob Patienten eine solche Folgebehandlung benötigen, prüfen wir individuell. Voraussetzung ist immer, dass eine psychische Erkrankung oder entsprechende Symptome vorliegen. Der Patient muss gruppenfähig sein und einen Therapieauftrag erarbeiten. Die Behandlung erfolgt stationär in Gruppen- und Einzelgesprächen, begleitet von medizinischen, soziotherapeutischen und psychologisch-edukativen Elementen.

Das Bezugspflegesystem sieht zudem begleitende Pflegegespräche mindestens einmal pro Woche vor.

Ziele der Behandlung

  1. Wir erkennen gemeinsam mit unseren Patienten unpassende, fehlerhafte oder unlogische Gedankengänge. Schritt für Schritt wollen wir diese korrigieren und neue Denkweisen fördern, die dem Alltag angemessen sind.
  2. Wir verändern gemeinsam alle negativen persönlichen Einstellungen zur Erkrankung. Damit beugen wir einer psychischen Reaktion bei erneuter Belastung vor.
  3. Wir fördern Techniken zur Selbstkontrolle. Hilfe zur Selbsthilfe ist ein zentrales Element unserer Therapie.

Abteilung Suchtmedizin und spezielle Psychiatrie

Stephan Weyers

Stephan Weyers
Chefarzt

Sekretariat:
Rainer Heidorn, Doris Schiemann
Tel.: 02372 861-1113 oder 1114

Rüdiger Bongartz

Rüdiger Bongartz
Leiter des Pflegedienstes

Sekretariat:
Beatrix Haase
Tel.: 02372 861-9235

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer


Tel.: 02372 861-0

 

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