Richtung Inklusion

Menschen sind verschieden. Sie unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, in ihrer Art auf andere Menschen zu reagieren und in ihren Verhaltensweisen. Diese Eigenschaften sind weitgehend stabil und ändern sich im Laufe eines Lebens nicht wesentlich. Solche Merkmale verleihen jedem seine Individualität, seine Persönlichkeit. Manche Personen sind offen für alles Neue, andere wieder geben sich verschlossen oder ängstlicher. Wieder andere ziehen sich zurück oder fühlen sich unsicher. Auch gibt es Personen die sich ständig nach Lob und Anerkennung sehnen. Solche Persönlichkeitseigenschaften tragen alle Menschen in sich. In der Regel macht eine gute Mixtur den ausgeglichenen Menschen aus. Unterschiede werden meist in der Ausprägung einzelner Merkmale sichtbar. Meist bildet sich die Persönlichkeit schon in der Jugend heraus. Manchmal sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in besonders starker Ausprägung vorhanden, sie stehen dann nicht im Gleichgewicht zueinander und sie sind wenig flexibel. Dies kann zu Konflikten mit anderen Personen führen und die Mitmenschen belasten. In der Folge leiden die betroffenen Personen darunter. Erst dann liegt eine Persönlichkeitsstörung vor.  

 

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Welche Anzeichen und Beschwerden treten bei der Erkrankung auf?

Persönlichkeitsstörungen zeichnen sich durch mehr oder weniger stabile Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensmuster der Betroffenen aus, die von denen der Allgemeinbevölkerung abweichen. Abweichungen finden sich im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in der Beziehung zu anderen Personen. Die Störung geht meist mit erheblichen persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Oft leiden die Betroffenen und ihr Umfeld unter der Störung, wobei dem Betroffenen selbst diese meist nicht bewusst ist. Meist bilden sich Persönlichkeitsstörungen schon in der Jugendzeit heraus.

Persönlichkeitsstörungen können sehr vielfältig sein und treten in allen möglichen Facetten auf. So gibt es Persönlichkeitsstörungen, bei denen es den Betroffenen besonders wichtig ist immer im Mittelpunkt zu stehen und besonders viel Aufmerksamkeit zu erhalten, während es andere Ausprägungen gibt, bei denen Betroffene den Kontakt zu Mitmenschen meiden und lieber für sich alleine sind. Besonders bekannte Persönlichkeitsstörungen sind die narzisstische Persönlichkeitsstörung, bei der eine egozentrische Einstellung, die Überzeugung von der eigenen Grandiosität und ein Mangel an Einfühlungsvermögen im Vordergrund stehen, oder die Borderline-Persönlichkeitsstörung, welche sich durch Impulsivität sowie Instabilität von Emotionen, der eigenen Identität und zwischenmenschlichen Beziehungen auszeichnet.

Wie erkennt der Arzt, ob ich an einer Persönlichkeitsstörung erkrankt bin?

Betroffene Menschen nehmen eine Störung ihrer Persönlichkeit selten selbst wahr. Schließlich sind sie mit ihren Eigenschaften groß geworden und empfinden diese als völlig normal. Auch ist ein bestimmter Persönlichkeitsstil noch kein Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung. Meist gehen Persönlichkeitsstörungen mit anderen psychischen Erkrankungen einher, wie z.B. Depressionen. Diese gleichzeitig bestehenden psychischen Erkrankungen führen die betroffenen Personen häufig in eine psychotherapeutische Behandlung.

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung lässt sich nicht auf der Grundlage eines einmaligen Kontakts stellen. Vielmehr sind hierzu mehrere ausführliche Gespräche notwendig. Dabei ist das gegenseitige Vertrauen von großer Bedeutung. Der Psychotherapeut oder Psychiater stellt Fragen zu lebensgeschichtlichen Ereignissen sowie zu individuellen Merkmalen und Funktionen.

Bevor die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gestellt wird werden grundsätzlich mögliche körperlich bedingte Ursachen ausgeschlossen. Eine ärztliche Untersuchung, etwa zum Ausschluss von Hirnerkrankungen, ist daher unverzichtbar.

Nur eine tragfähige therapeutische Beziehung macht die Behandlung einer Persönlichkeitsstörung möglich.

 

Wie kann eine Persönlichkeitsstörung behandelt werden?

Bei Persönlichkeitsstörungen handelt es sich um sehr stabile und langanhaltende Merkmale. Deshalb ist die psychotherapeutische Behandlung langwierig. Keineswegs soll sie dazu führen, die Persönlichkeit grundlegend zu verändern. Vielmehr werden solche Eigenschaften beleuchtet unter denen die Betroffenen leiden. Ziel der Behandlung ist es, dass Sie Ihre Besonderheiten und Ihr von Anderen abweichendes Verhalten wahrnehmen. Erst dann wird es Ihnen gelingen, flexibler mit den unterschiedlichen Anforderungen im täglichen Leben umzugehen.

  

Wie kann ich die Behandlung unterstützen?

Die Behandlung erstreckt sich nicht nur über die Sitzungen mit Ihrem Therapeuten, sondern geht in Ihrem Alltag weiter. Dies bedeutet, dass Sie neu erlerntes Wissen in Ihren Alltag einfließen lassen müssen, um Erfolge aus der Therapie mitnehmen zu können. Oft helfen dabei kleine Stützen. Zum Beispiel könnten Sie auf Karteikarten positivere Annahmen über sich schreiben und diese immer wieder lesen. Die Übung mit Rückmeldung durch andere kann weitere positive Effekte haben. Natürlich kann eine Behandlung nur funktionieren, wenn Sie es wirklich wollen und wenn Sie die Motivation haben sich selbst zu verändern. Therapie ist anstrengend, sie fordert von Ihnen, sich selbst genau anzuschauen und Ihre Bewertungen und Verhaltensweisen kritisch zu reflektieren. Wenn Sie sich darauf einlassen, wird die Behandlung erfolgreich sein.  

Informationen zu Selbsthilfegruppen bundesweit finden Sie hier:

 

Welche Tipps gibt es für Angehörige?

Lassen Sie die betroffene Person nicht allein. Sie als Angehörige sind bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ein wichtiger Faktor. Diese Störung führt so gut wie immer zu einer Beeinträchtigung in sozialen Kontakten. Die Betroffenen werden mitunter nicht verstanden, oft wenden sich Freunde oder Kollegen ab. Es ist daher wichtig, Ihre Beziehung zu Ihrem Angehörigen nicht abbrechen zu lassen. Die Unterstützung wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie sich ausführlich über das Krankheitsbild und auch über die individuelle Ausprägung der Symptome des Betroffenen informieren. Sie werden das Verhalten Ihres Angehörigen viel besser verstehen und lernen auch viel über Ihre eigene Rolle. Auf diese Weise werden Sie zu einer wichtigen Stütze in der Behandlung. Motivieren und unterstützen Sie, ohne Ihre eigenen Grenzen zu überschreiten, denn die Behandlung einer Persönlichkeitsstörung kann ein langwieriger Prozess sein. Daher ist Geduld mit den Betroffenen sehr hilfreich.

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LWL-Klinik Hemer
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