Richtung Inklusion

Welche Beschwerden habe ich?

Ich…               

... kreise mit meinen Gedanken ständig um die Themen Essen, Figur und Gewicht.

... mache meine Stimmung und mein Selbstwertgefühl stark von der Waage abhängig.

... würde mein Essverhalten nicht als normal bezeichnen (z.B. habe ich Essanfälle und/oder hungere und mache ständig Diäten).

... habe Angst davor, zuzunehmen.

... bin unzufrieden mit meiner Figur.

... esse lieber alleine als in Gesellschaft.

 

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Welche Anzeichen und Beschwerden treten bei der Erkrankung auf?

Essstörungen können sich auf verschiedene Weisen zeigen. Die drei klassischen Formen von Essstörungen sind die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brechsucht (Bulimia-nervosa) und die Essanfälle (die Binge-Eating-Störung). Zwar wird das Übergewicht (Adipositas) nicht den Essstörungen zugeordnet, dennoch handelt es sich um eine chronische Störung der Gesundheit und soll deshalb hier erwähnt werden. Es sind auch Mischformen dieser vier Störungen möglich. Die Erkrankungen weisen auf ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper hin. Es liegt in der Natur aller vier Erkrankungen, dass sie fast regelmäßig mit erheblichen körperlichen Begleitsymptomen einhergehen.

Bei einer Magersucht (Anorexia nervosa) geht es den betroffenen Personen um einen starken Gewichtsverlust. Ihre Gedanken drehen sich überwiegend um die Themen Gewicht und Ernährung und lassen wenig Raum für Anderes. Die Betroffenensind auffallend dünn und fühlen sich trotzdem zu dick. Die Reduktion des Gewichts wird meist durch Hungern oder übertriebene sportliche Aktivität herbeigeführt. Manchmal werden auch Abführmittel, Appetitzügler oder entwässernde Medikamente eingenommen. Körperliche Folgen der mangelhaften Nahrungszufuhr können unter anderem vielfältige Herzprobleme, Magenerkrankungen, Nierenversagen, vermehrte Entzündungen aber auch ein Wachstumsstop sowie ein Ausbleiben der Regeblutung bei jungen Frauen sein.

Die Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) äußert sich durch Essattacken, bei denen in kurzer Zeit sehr viel gegessen wird. Um nicht zuzunehmen, erbrechen die betroffenen Personen die Nahrung wieder. Betroffene haben während einer Essattacke oft das Gefühl, die Kontrolle über sich zu verlieren. Von außen wirken sie jedoch meist unauffällig und nicht so stark untergewichtig wie Personen mit einer Magersucht. Auslöser der Essattacken sind häufig Stress, Unzufriedenheit mit der eigenen Person oder Gefühlsveränderungen.

Bei den Essanfällen (Binge-Eating-Störung) handelt es sich um eine Störung, bei der die Betroffenen während wiederholter Essattacken enorme Mengen an Essen zu sich nehmen. Die betroffenen Menschen haben während dieser Attacken das Gefühl, die Kontrolle über das Essen verloren zu haben. Da diese Essattacken, im Gegensatz zur Bulimie, nicht durch Erbrechen ausgeglichen werden, sind Personen mit einer Binge-Eating-Störung meist übergewichtig. Ärger, Wut oder Trauer können Essanfälle auslösen. Viele Erkrankte leiden gleichzeitig unter depressiven Symptomen. Die körperlichen Begleiterkrankungen ähneln denen der Ess-Brechsucht.

Das Übergewicht (Adipositas) ist durch übermäßige Fettansammlung im Körper gekennzeichnet. Es ist eine anhaltende Erkrankung, welche in Ländern mit Nahrungsmittelüberfluss sehr häufig auftritt. Dauerhaft erhöhte Kalorienzufuhr bei gleichzeitigem Bewegungsmangel führt zur Fettleibigkeit und oft zu zahlreichen Folgeerkrankungen. Übergewicht ist meist behandlungsbedürftig. 

Weitere Informationen zu Essstörungen finden Sie unter folgenden Links:

Wie erkennt der Arzt, ob ich an einer Essstörung erkrankt bin?

Häufig gehen die von einer Essstörung betroffenen Menschen nicht wegen ihrer Essstörung zum Arzt, sondern wegen anderer Beschwerden. Zu diesen Beschwerden gehören unter anderem Bauchschmerzen, Haarausfall oder eine ausbleibende Regelblutung bei Frauen. Die Diagnose einer Essstörung kann der Arzt dann durch ein ausführliches Gespräch klären. Über den objektiven Wert des Body-Mass-Index hinaus, welcher ein Maß für das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße darstellt, wird es in diesem Gespräch vorrangig um Ihr Essverhalten gehen. Es wird besprochen, ob Sie mit Ihrem Essverhalten und Ihrer Figur zufrieden sind und ob Sie sich viele Gedanken über Ihre Figur machen oder sich oft wiegen. Ihr Arzt wird weiterhin danach fragen, ob Sie besonders viel Sport treiben, bestimmte Medikamente zur Gewichtsreduktion einnehmen oder absichtlich erbrechen.

Neben diesen Aspekten wird Ihr Arzt mögliche körperliche Ursachen einer Gewichtsveränderung untersuchen, um diese als Ursache ausschließen zu können. In diesem Zusammenhang kommen beispielsweise eine Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Diabetes in Frage.

Wie kann eine Essstörung behandelt werden?

Die Essstörungen wirken sich auf verschiedene Lebensbereiche aus. Bei der Behandlung von Essstörungen ist es daher wichtig, dass mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten. So ist es regelhaft notwendig, dass betroffene Personen während der Behandlung ärztlich begleitet werden. Die Erkrankung hat oft körperliche Folgen. Gleichzeitig ist eine Psychotherapie unerlässlich. Hier geht es darum, neben der Behandlung der Essstörungssymptome weitere psychische Beschwerden wie Selbstwertprobleme oder familiäre und soziale Konflikte zu bearbeiten. In der Ernährungstherapie wird den betroffenen Menschen Wissen über eine gesunde und ausgewogene Ernährung vermittelt.

Die Behandlung kann je nach Schwere der Erkrankung ambulant oder stationär erfolgen.

Wie kann ich die Behandlung unterstützen?

Ein erster und besonders wichtiger Schritt zur Unterstützung der Behandlung ist die Einsicht, dass Sie erkrankt sind und professionelle Hilfe benötigen. Das fällt den betroffenen Personen oft schwer, ist gleichzeitig jedoch entscheidend für eine Besserung. Bitte akzeptieren Sie, dass professionelle Hilfe notwendig ist und nehmen Sie diese Hilfe in Anspruch. Je offener und ehrlicher Sie in den Gesprächen über Ihre Probleme sprechen und auf Fragen antworten können, desto besser kann Ihr Therapeut Ihnen helfen.

Zusätzlich können Sie selbst Ihr Essverhalten ändern. Achten Sie darauf, regelmäßig zu essen und sich für das Essen Zeit zu nehmen. Essen Sie bewusst, das bedeutet nehmen Sie das Essen nicht nebenbei beim Fernsehen oder Lesen zu sich.

Außerdem kann es helfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Informationen zu bundesweiten Selbsthilfegruppen finden Sie unter folgendem Link:

Welche Tipps gibt es für Angehörige?

Eine Essstörung stellt auch für die Angehörigen eine erhebliche Belastung dar. Trotzdem und gerade deshalb ist es wichtig, dass diese keinen Druck oder Zwang ausüben, damit die Betroffenen sich ändern. Ziel sollte es immer sein, die Eigenmotivation der betroffenen Menschen zu fördern. Versuchen Sie nicht selbst die betroffene Person zu therapieren, sondern motivieren Sie sie, möglichst frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wichtig ist zudem, dass Sie keine Kritik am Essverhalten oder der Figur der betroffenen Person üben, auch nicht im Spaß. Nehmen Sie immer die Person als Ganzes wahr und nicht nur die Symptome.

Gleichzeitig sollten Sie auf Ihre eigenen Grenzen achten. Suchen Sie sich rechtzeitig Unterstützung oder tauschen Sie sich mit anderen Angehörigen aus.

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer


Tel.: 02372 861-0

 

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