Richtung Inklusion

Welche Beschwerden habe ich?

Es fällt mir schwer…

... Freundschaften zu schließen.

... mich in andere Menschen hineinzuversetzen.

... Blickkontakt aufzubauen.

... die Gefühle und Gesichtsausdrücke Anderer zu verstehen.

... mit Anderen zu teilen.

... meine Routinen zu verändern.

... anderen Menschen körperlich nah zu sein (z.B. Andere zu umarmen).

... meine Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen.

 

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Welche Anzeichen und Beschwerden treten bei der Erkrankung auf?

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die sich auf das Sozialleben, die Kommunikationsfähigkeit und das Verhalten der betroffenen Person auswirkt.

Menschen mit Autismus haben Schwierigkeiten, soziale und emotionale Signale ihrer Mitmenschen zu verstehen, also beispielsweise bestimmte Gesichtsausdrücke oder Verhaltensweisen deuten zu können. Gleichzeitig fällt es ihnen schwer, diese Signale auszusenden, das heißt sich durch Gesichtsausdrücke, Körpersprache oder Worte mitzuteilen. Daher haben betroffene Personen Probleme damit, angemessene Reaktionen auf die Gefühle anderer Personen zu zeigen oder angemessen in sozialen Situationen zu reagieren. Sie können deshalb oft keine Freundschaften schließen und soziale Kontakte aufrecht erhalten. Häufig fehlt auch das Interesse an sozialen Aktivitäten.

Menschen mit Autismus fällt es außerdem schwer, andere Menschen nachzuahmen. Durch diese Schwierigkeiten ist auch die Entwicklung des Sprachgebrauches und des Verständnisses von Sprache eingeschränkt. Die betroffenen Personen haben Schwierigkeiten Gespräche zu führen und sich mitzuteilen.

Das Verhalten von Menschen mit Autismus ist auch über den sozialen Bereich hinaus auffällig. So zeigen Autisten wiederholende und starre Verhaltensmuster. Sie entwickeln Rituale und zeigen mitunter heftige Reaktionen auf Veränderungen ihrer Routinen.

Es werden drei Formen von Autismus unterschieden:

  1. frühkindlicher Autismus,
  2. atypischer Autismus und
  3. das Asperger-Syndrom.

Der frühkindliche Autismus ist dadurch gekennzeichnet, dass er vor dem dritten Lebensjahr beginnt. Kinder mit frühkindlichem Autismus zeigen schon sehr früh die oben beschriebenen Schwierigkeiten. So fällt schon bei Kleinkindern auf, dass diese beispielsweise viel später anfangen zu sprechen oder keine Gesten verwenden. Beim atypischen Autismus treten diese Symptome erst nach dem dritten Lebensjahr auf. Das Asperger-Syndrom dagegen gilt als leichte Form des Autismus. Hier zeigen sich Auffälligkeiten ab dem dritten bis fünften Lebensjahr. Asperger-Autismus wird als „leichter Autismus“ beschrieben, da hier oft keine Entwicklungsverzögerung in der Sprache oder bei kognitiven Fähigkeiten vorhanden ist.

Weitere Informationen zu Autismus finden Sie unter folgenden Links:

Wie erkennt der Arzt, ob ich an Autismus erkrankt bin?

Bei schwereren Formen von Autismus zeigen sich die Symptome schon früh in der Kindheit, weshalb oft die Eltern das Gespräch mit einem Arzt aufsuchen. Je früher Autismus entdeckt wird, desto wirkungsvoller können Beeinträchtigungen gebessert oder ausgeglichen werden. Gehen Sie also bitte möglichst früh zum Arzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind autistisch sein könnte. Der Arzt wird dann ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen und bei Verdacht auf Autismus einen Kinder- und Jugendpsychiater hinzuziehen. Mithilfe spezieller Fragebögen kann sich der Arzt ein genaueres Bild machen. Im Gespräch geht es dann vorrangig um die sozialen Kontakte, die Kommunikationsfähigkeit, die Sprachentwicklung und auffällige Verhaltensweisen Ihres Kindes. Zusätzlich zu den Informationen durch Ihre Angaben als Eltern, wird der Arzt Ihr Kind beobachten, um so festzustellen, wie genau sich die Beschwerden äußern. Für eine sichere Diagnose ist ein längerer Beobachtungszeitraum notwendig.

Bei leichteren Formen von Autismus kann es aber auch sein, dass Sie als Jugendlicher oder Erwachsener bemerken, dass Ihnen manche Dinge schwerer fallen als Anderen. Wenn Sie Ihren Arzt auf diese Schwierigkeiten ansprechen, wird dieser ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um Ihre Beschwerden besser verstehen und einordnen zu können. Auch hier können zusätzliche Fragebögen sehr hilfreich sein.

Zur Absicherung der Diagnose wird Ihr Arzt auch körperliche Untersuchungen durchführen, um körperliche Ursachen für die Beschwerden ausschließen zu können.

Wie kann Autismus behandelt werden?

Die Behandlung und Begleitung von Autismus muss individuell geplant werden und hängt stark von den jeweiligen Schwierigkeiten aber auch Stärken der betroffenen Person ab. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass Autismus nicht vollständig geheilt werden kann. Ziel ist vielmehr, mit den Schwierigkeiten besser umgehen zu können und eine normale Entwicklung der betroffenen Person zu fördern.

In Verhaltenstrainings werden beispielsweise Strategien entwickelt, wie die betroffene Person mit ihren Mitmenschen angemessener und zufriedenstellender kommunizieren sowie Beziehungen zu diesen aufbauen kann. Es wird auch daran gearbeitet, wie eingefahrene und wiederholende Verhaltensweisen abgebaut werden können. Außerdem kann eine Therapie auch die Familie und die Angehörigen des Betroffenen entlasten.

Bisher gibt es keine Medikamente, die den Symptomen von Autismus zuverlässig entgegenwirken. Lediglich Begleiterscheinungen oder Folgestörungen wie Anspannungszustände können auch medikamentös behandelt werden.

Wie kann ich die Behandlung unterstützen?

Besonders jugendliche und erwachsene Betroffene können die Behandlung aktiv unterstützen, da diese reflektierter mit ihren Schwierigkeiten umgehen können als Kinder.

Für die betroffenen Menschen ist es oft sehr hilfreich, sich mit dem Krankheitsbild und den damit verbundenen alltäglichen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Häufig stellt die Diagnose Autismus sogar eine Erleichterung dar. Durch diese können betroffene Personen verstehen, warum ihnen manche Dinge so schwer fallen, die für andere Menschen ganz einfach sind. Sie können ihre Probleme besser akzeptieren und auch ihr Umfeld besser auf mögliche Konflikte aufmerksam machen. Trotzdem sollten Sie darauf achten, sich nicht nur über die Diagnose Autismus zu identifizieren. Der Autismus macht Sie nicht vollständig aus.

Es kann auch hilfreich sein, sich vor Augen zu führen, dass unsere Gesellschaft auf nicht-autistische Menschen ausgelegt ist. Für autistische Menschen ist es schwierig, mit den Anforderungen an sie umzugehen. Seien Sie daher nachsichtig mit sich, wenn Ihnen mal etwas nicht so gut gelingt oder Sie negatives Feedback bekommen.

Vielen Menschen hilft es, sich im Rahmen von Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen auseinanderzusetzen und über Sorgen und Probleme zu sprechen. Informationen zu Selbsthilfegruppen bundesweit finden Sie hier:

Welche Tipps gibt es für Angehörige?

Autismus zeigt sich schon früh in der Entwicklung. Meist werden die Eltern mit den Schwierigkeiten und Besonderheiten ihrer Kinder konfrontiert. Der Umgang mit einem autistischen Kind kann für die Eltern sehr belastend sein und führt schnell zu einer Überforderung. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie auf sich und Ihre persönlichen Grenzen achten, denn gerade der familiäre Zusammenhalt und das Engagement der Angehörigen tragen entscheidend zur Förderung eines autistischen Kindes bei. Nur erholt und gelassen haben Sie genug Kraft, um Ihr Kind zu unterstützen. Sie sollten deshalb möglichst früh Hilfe in Anspruch nehmen. Bitte wenden Sie sich an einen Kinder- und Jugendpsychiater, der Sie über mögliche Förder-, Hilfs- und Entlastungsangebote aufklären kann.

Nicht nur im Kindesalter zeigen sich die Besonderheiten einer autistischen Störung. Deshalb gilt auch für Angehörige erwachsener Autisten, sich gelassen auf etwaige Schwierigkeiten einzustellen.

Es gibt aber auch Tipps, die Sie befolgen können, um den Alltag in Ihrer Familie angenehmer zu gestalten: Wichtig ist vor allem, dass Sie die Erkrankung als solche akzeptieren und sich über diese informieren, um die Schwierigkeiten und Besonderheiten Ihres Kindes oder Angehörigen besser einordnen zu können. Informieren Sie auch alle Kontaktpersonen Ihres Kindes/Angehörigen. Versuchen Sie nicht die betroffene Person zu hemmen, sondern fördern Sie sie im richtigen Maße. Sie können Ihr ruhig etwas zutrauen. Wichtig ist außerdem, dass Sie Schuldzuweisungen vermeiden, gegenüber sich selbst und anderen Familienmitgliedern. Weitere hilfreiche Tipps im Umgang mit autistischen Kindern finden Sie unter folgenden Links:

Aber auch Freunde, Partner oder Bekannte von autistischen Personen werden immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich über die Erkrankung informieren, um die Besonderheiten Ihres Angehörigen besser verstehen und als solche einordnen zu können. Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn die betroffene Person unsensibel reagiert oder wenig Interesse zeigt. Achten Sie außerdem immer auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen.

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LWL-Klinik Hemer
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58675 Hemer


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