Welche Beschwerden habe ich?

Ich…

... bin leicht ablenkbar.

... kann mich schlecht konzentrieren.

... kann mich nicht über einen längeren Zeitraum ruhig mit einer Sache beschäftigen.

... bin sehr impulsiv.

... kann schlecht Prioritäten setzen.

... bin vergesslich.

... bin leicht gereizt.

... bin unruhig, zappelig und ständig in Bewegung.

 

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Welche Anzeichen und Beschwerden treten bei der Erkrankung auf?

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung. Die Störung zeichnet sich durch Beschwerden in drei Bereichen aus: Betroffene Personen zeigen deutliche Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, eine starke Impulsivität und eine ausgeprägte körperliche Unruhe (Hyperaktivität). ADHS ist in seiner Ausprägung unterschiedlich stark. Voraussetzung für die Diagnose einer ADHS ist, dass diese Beschwerden seit der Kindheit bestehen und sich in verschiedenen Lebensbereichen äußern.

Meist fallen die betroffenen Kinder- und Jugendlichen durch unruhiges und zappeliges Verhalten auf. Sie sind ständig in Bewegung und handeln oft unkontrolliert. Zusätzlich zeigen Betroffene Probleme, wenn Sie sich einen längeren Zeitraum mit einer Aufgabe beschäftigen oder Prioritäten setzen sollen. Sie sind vergesslich und leicht ablenkbar. Die Symptome einer ADHS führen dann meist zu weiterführenden Problemen. Beispielsweise haben Kinder und Jugendliche mit einer ADHS oft Schwierigkeiten in der Schule oder können nur schwer beständige Freundschaften aufbauen. Häufig leidet darunter das Selbstwertgefühl.

Es gibt aber auch positive Eigenschaften, die Menschen mit ADHS zugeschrieben werden können. Sie zeichnen sich beispielsweise durch eine erhöhte Flexibilität, Spontanität und Kreativität aus.

Je nachdem, welche Symptome die betroffene Person zeigt, lassen sich verschiedene ADHS-Typen unterscheiden:

  1. der hyperaktiv-impulsive Typ,
  2. der vorwiegend aufmerksamkeitsgestörte Typ und
  3. der kombinierte Typ mit Hyperaktivität und gestörter Aufmerksamkeit.

Betrachtet man die Verteilung der drei Typen, fällt auf, dass bei Mädchen besonders häufig der vorwiegend aufmerksamkeitsgestörte Typ zu beobachten ist. Personen, die zu diesem ADHS-Typ gehören, fallen weniger stark durch unruhiges Verhalten auf, sondern haben eher Schwierigkeiten sich nicht ablenken zu lassen und sich für längere Zeit zu konzentrieren. Daher bleibt bei diesen Personen die Erkrankung häufiger unbemerkt. Bei Personen, die sich dem hyperaktiv-impulsiven Typ zuordnen lassen, fällt die Erkrankung meist deutlicher auf, da das unruhige und zappelige Verhalten oft als Störung empfunden wird und so Konflikte mit dem Umfeld entstehen.

Weitere Informationen zur ADHS finden Sie unter folgenden Links:

Wie erkennt der Arzt, ob ich an einer ADHS erkrankt bin?

Um zu erkennen, ob eine Person an einer ADHS leidet, sind meist mehrere Untersuchungstermine nötig.

An erster Stelle steht ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden und Probleme des Betroffenen. Ist die betroffene Person erwachsen, ist es für den Arzt oder Psychotherapeuten wichtig festzustellen, ob die Beschwerden schon seit der Kindheit bestehen und zu größeren Problemen führen. Außerdem wird geklärt, ob sich die Beschwerden in verschiedenen Lebensbereichen äußern, also zum Beispiel früher in der Schule bzw. heute am Arbeitsplatz und zu Hause, oder ob die Beschwerden mit bestimmten Bedingungen zusammenhängen. Nur wenn die Schwierigkeiten seit der Kindheit bestehen und sich in verschiedenen Lebensbereichen zeigen kommt eine ADHS Diagnose in Frage.

Bei Kindern- und Jugendlichen wird oft zusätzlich das Verhalten beobachtet, um festzustellen, wie genau sich die Probleme äußern. Fragebögen und psychologische Tests werden eingesetzt, um sich ein genaueres Bild machen zu können. Darüber hinaus dient eine körperliche Untersuchung dazu, mögliche körperliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Oft finden sich neben der ADHS weitere psychische Erkrankungen, etwa Störungen der Persönlichkeitsentwicklung, Suchterkrankungen oder Depressionen. Daher wird der Psychiater seine Aufmerksamkeit auch darauf richten.

Wie kann eine ADHS behandelt werden?

Die Behandlung von einer ADHS kann sowohl eine medikamentöse Therapie als auch Psychotherapie umfassen.

Die medikamentöse Therapie einer ADHS kann bei Personen mit einer stark ausgeprägten ADHS-Symptomatik sehr wirkungsvoll sein. Meist werden sogenannte Psychostimulanzien eingesetzt, welche die Beschwerden bei einem Großteil der Betroffenen deutlich reduzieren. Diese Medikamente müssen jedoch meist jahrelang eingenommen werden, da die Wirkung nach dem Absetzen der Medikamente wegfällt.

In die Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen kann und sollte bei diesen Maßnahmen die Familie sowie die Schule bzw. der Kindergarten mit einbezogen werden. In der Therapie wird sowohl an den ADHS-Symptomen gearbeitet als auch an weiteren, durch die Erkrankung entstandenen, Schwierigkeiten. Dazu gehören unter anderem Konflikte im sozialen Umfeld, ein geringes Selbstwertgefühl oder Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz.

Regelmäßiger Sport kann die übermäßige Bewegungsfreude gut regulieren. Er fördert die Selbstkontrolle und das Selbstwertgefühl aber auch die Anpassungsfähigkeit der betroffenen Personen.

Wie kann ich die Behandlung unterstützen?

Vor allem für Jugendliche und Erwachsene mit ADHS gibt es viele Möglichkeiten, die Behandlung zu unterstützen, da diese die Krankheit und die damit verbundenen Schwierigkeiten besser verstehen und somit beeinflussen können. Für den Umgang mit einer ADHS ist es daher wichtig, sich erst einmal über die Erkrankung zu informieren. Es ist außerdem sinnvoll, Ihr näheres Umfeld über Ihre Beschwerden zu informieren und das Gespräch zu suchen. So können Ihnen nahestehende Personen Sie und Ihre Besonderheiten besser verstehen und auf Ihre Probleme Rücksicht nehmen. Es kann zudem hilfreich sein, sich mit Gleichgesinnten im Rahmen von Selbsthilfegruppen auszutauschen. Bei Kindern mit ADHS sind dagegen die Eltern gefragt, sich über die Erkrankung und den Umgang mit dieser zu informieren und Ihre Kinder zu unterstützen.

Personen mit ADHS verbinden alltägliche Aufgaben meist mit Stress und Anspannung, da sie das Gefühl haben, sich mehr anstrengen zu müssen als Personen ohne ADHS. Für eine stressfreiere Bewältigung Ihres Alltags können Sie verschiedene Tipps befolgen, über die Sie sich unter folgendem Link informieren können:

Welche Tipps gibt es für Angehörige?

Da sich die ADHS schon im Kindesalter bemerkbar macht, ist es meist Aufgabe der Eltern mit den Schwierigkeiten Ihrer Kinder umzugehen. Das kann anstrengend sein und viel Kraft kosten. In vielen Fällen geraten die Eltern in einen Teufelskreis, bei dem diese das Gefühl haben, Ihre Kinder immer wieder bestrafen oder ermahnen zu müssen, was dazu führt, dass kaum noch schöne gemeinsame Erfahrungen geteilt werden können. Damit das nicht passiert, sollten Sie einige Regeln im Umgang mit Ihrem Kind beachten: Achten Sie darauf, ob Sie wieder in den Teufelskreis geraten sind und stärken Sie die positive Beziehung zu Ihrem Kind, indem Sie gemeinsam angenehmen Aktivitäten nachgehen. Stellen Sie klare Regeln auf und loben Sie Ihr Kind, wenn es die Regeln befolgt. Seien Sie dabei möglichst konsequent und bleiben Sie gelassen. Es ist auch ok, wenn mal etwas nicht perfekt läuft. Achten Sie außerdem auf sich selbst und Ihre persönlichen Grenzen.

Aber auch Freunde, Partner und Bekannte von Personen mit einer ADHS werden mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Um mit diesen besser umgehen zu können und die betroffene Person besser verstehen zu können, ist es wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren. So wird es Ihnen leichter fallen, das Verhalten der betroffenen Person einordnen zu können und mögliche Probleme nicht persönlich zu nehmen. 

Es gibt zahlreiche Ratgeber für Angehörige, Elternratgeber, aber auch spezielle Elterntrainings, die Sie unterstützen können. Auch die Auseinandersetzung mit anderen Angehörigen im Rahmen von Selbsthilfegruppen kann Ihnen helfen.

Informationen zu Selbsthilfegruppen bundesweit finden Sie hier: