Die Pilgergruppe aus dem Ambulant Betreuten Wohnen wandert auf Rügen

Die 11-köpfige LWL-Pilgergruppe an der Ostsee

Seit nunmehr fünf Jahren zieht es die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilgerprojektes nun hinaus in die weite Welt. Dabei wurde schon so mancher Berg bezwungen, schmerzende Beine versorgt und vor allem ... Freund-schaften geschlossen!

Wie also stellt man eine routinierte Wandergruppe vor neue Herausforde-rungen? Denn das ist es ja schließlich, was dieses Projekt ausmacht: Wir lieben die Natur und die Gemeinschaft in der Gruppe – und eine Gemeinschaft wird gestärkt, indem man gemeinsam neue Wege beschreitet. So haben wir uns in diesem Jahr zu einer einwöchigen Pilgerfreizeit auf der Ost-seeinsel Rügen mit Übernachtung in einem Ferienhaus mit Selbstversorgung entschlossen. Es bedeutet für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass das Zusammenleben in der Gruppe enger wird und jeder Teilnehmer seinen Teil zur Versorgung der Gruppe beitragen muss, was gegenseitige Rücksichtnahme und Verantwortungs-gefühl erfordern.

Organisiert war das Zusammenleben auf engem Raum durch einen Wochenplan: "Was hast du heute für einen Dienst?" – "Ich bin heute dran mit kochen!" Also wurde der Wecker eine halbe Stunde früher gestellt, der Frühstückstisch gedeckt, Kaffee gekocht und die Brötchen aufgebacken. Jeder Teilnehmer musste einmal in der Woche kochen, einkaufen, abspülen oder aufräumen – und jeder hatte auch mal frei.
Eine Selbstverständlichkeit? Auf keinen Fall! Denn Psychisch- und Sucht-erkrankte haben nicht nur mit besonderen sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen; oftmals sind auch ihre Alltagskompetenzen stark einge-schränkt.
Was sich jedoch nach lästiger Hausarbeit anhört, kann auch Spaß machen. Und so blühten einige Wanderer richtig auf: Den anderen aus der Gruppe eine Freude machen, seinen Teil zum Gelingen der Gemeinschaft beitragen und dafür echte Dankbarkeit und Anerkennung erhalten. Das fördert das Selbstwertgefühl – und zwar im echten Leben und nicht im Rahmen einer Therapie.

Natürlich haben wir auch sonst allerhand erlebt. Lange Wanderungen am Strand und im Naturschutzgebiet Rund um das Kap Arkona – dem nördlichsten Punkt Rügens. Während einer Bootstour auf der stürmischen Ostsee zu den Kreidefelsen wurden die einen grün im Gesicht, die anderen standen am Bug und ließen sich die vom Sturm aufgepeitschte See ins Gesicht spritzen.
Die Begeisterung der Gruppe – von der eine Teilnehmerin zum ersten Mal das Meer gesehen hatte – ließ sich dann auch nicht mehr durch das "Schietwetter" bändigen. Selbst als wir bei einer Wanderung einmal in einen heftigen Regenguss gerieten, schlugen sich die Teilnehmer tapfer durch das Unwetter und erreichten schließlich mit vollkommen durchweichten Wander-schuhen das malerische Fischerdorf Vitt, wo heißer Kakao mit Sahne und heißer Sanddorn – eine regionale Spezialität – auf die durchnässten Wanderer wartete. Und die hatten wir uns dann auch wirklich verdient.

 

 

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