Zertifikat Dialektiv Behaviorale TherapieBorderline - Was ist das?

Die Borderline-Störung ist vor allem eine Störung der Emotionsregulation. Betroffene haben meistens Probleme, Gefühle zu steuern. Sie werden von schmerzhaften Gefühlen und hoher innerer Anspannung regelrecht überflutet. Dabei versuchen die PatientInnen, im Sinne einer misslungenen Lösung, durch impulsives oder selbstschädigendes Verhalten mit diesen intensiven Gefühlen und der hohen Anspannung umzugehen. Kurzfristig ist dies zunächst oft erleichternd, langfristig treten aber körperliche und zwischenmenschliche Probleme auf. Diese dysfunktionalen Lösungsversuche, mit den intensiven Gefühlen umzugehen, wirken auf die Betroffenen zurück: Sie werden noch anfälliger und fühlen sich oft unverstanden und ausgegrenzt. Sogar drängende Selbstmordgedanken können auftreten.

 

Was ist DBT?

Die Problemlösefertigkeiten können verbessert werden. Dann kann sich in kleinen Schritten das Krankheitssystem ändern und die PatientInnen verbessern ihre Eingebundenheit in ihre Umwelt.

Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha Linehan ist ein spezifisches Behandlungskonzept für die Borderline-Störung. Borderline-PatientInnen wollen sich ändern. Dafür müssen sie neue Verhaltensweisen lernen. Dies geschieht in der DBT u. a. in Form von Skills (Fertigkeiten).

In Gruppen mit bis zu acht TeilnehmerInnen werden Skills zu folgenden Themen vermittelt:

  • Achtsamkeit
  • Stresstoleranz
  • Zwischenmenschliche Fertigkeiten
  • Umgang mit Gefühlen
  • Selbstwert

Die DBT ist störungsspezifisch und integriert verschiedene therapeutische Methoden. Mehr als 60 % der PatientInnen zeigen sehr rasch deutliche Verbesserungen. Das Ziel der DBT ist es, daß die PatientInnen ihre persönlichen Ziele erreichen können. Zunächst soll eine verbesserte Selbst-Kontrolle erreicht werden und im weiteren Verlauf emotionales Leid verringert werden. Dabei gilt: Jede Krise ist gleichzeitig eine Chance, um Skills zu lernen.

Wie verläuft die Behandlung?

Vorstationäre Behandlungsphase

  • Kontaktaufnahme
  • Fragebogen
  • Vorgespräch
  • Therapieberatung
  • Diagnostik

Stationäre Behandlung (max. 12 Wochen)

1. Phase:
  • Erlernen von Verhaltensanalysen
  • Basiswissen zur Erkrankung
  • Teamvorstellung
  • Behandlungsvertrag
2. Phase:
  • Teilnahme an allen therapeutischen Angeboten des DBT-Programms
  • Wochenziele
  • Diarycard
  • Verhaltensanalysen
3. Phase:
  • Vorbereitung auf die Entlassung

Therapeutische Angebote der stationären DBT

  • Einzeltherapie
  • Bezugspflege
  • Bezugsgruppe
  • Achtsamkeitstraining
  • Skilltraining (ab 2. Phase), Skillcamp
  • Sozialtherapeutische Betreuung
  • Basisgruppe
  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie

Nachstationäre Behandlungsmöglichkeiten

  • Einzelbehandlung durch Netzwerktherapeuten
  • Ambulantes Skillgruppentraining
  • Telefoncoaching
  • ggf. nervenärztliche Behandlung durch unsere Institutsambulanz
  • ggf. stationäre DBT-Krisenintervention (max. 3 Wochen)

Welche Weiterbehandlung ist möglich?

Die stationäre DBT-Behandlung bietet eine gute Grundlage und Basis für eine weitere ambulante Therapie.
Erfahrungsgemäß sollte diese auch in Anspruch genommen werden, um das hier Erlernte in Ihren Lebensalltag zu integrieren. Die Klärung, ob und wann Sie an einer ambulanten Skillgruppe teilnehmen, erfolgt noch während der stationären Behandlung im sog. 3. Phase-Gespräch. Um die Qualität der Weiterbehandlung gemäß der DBT-Kriterien zu gewährleisten, wurde 2004 ein DBT-Netzwerk gebildet, eine Zusammenarbeit mit unserer Station und inzwischen 20 niedergelassenen Psychotherapeuten aus dem Umkreis, die sich in kontinuierlicher DBT-Weiterbildung befinden.

Das bedeutet für Sie im besten Fall, dass Ihre ambulante Einzeltherapie durch einen dem Netzwerk angeschlossenen Einzeltherapeuten stattfindet, außerdem die regelmäßige Teilnahme an einer ambulanten Skillgruppe, die 14tägig stattfindet und von zwei Skilltrainern durchgeführt wird.
Um die Kontinuität, Entwicklung und Prozesse in der Behandlungsqualität zu verfolgen, findet ein regelmäßiger Informationsaustausch durch Fallbesprechungen (Intervisionen) statt.
Die Behandlung im DBT-Netzwerk beginnt mit dem Gespräch beim Einzeltherapeuten und dem Abschluss eines Behandlungsvertrages für zunächst 1 Jahr. Danach erfolgt die Teilnahme an der Gruppe.

An wen können Sie sich wenden, wenn Sie bei uns aufgenommen werden möchten, und wie ist der Weg zur Aufnahme?

In jedem Fall benötigen wir eine Darstellung der Symptome und Bewältigungsstrategien. Einen speziellen Fragebogen dazu fordern Sie bitte direkt telefonisch bei uns an. Hilfreich wären auch zusätzliche bisherige therapeutische Befundberichte.
Sobald aus den vollständigen Unterlagen eine störungsspezifische Behandlungsindikation anzunehmen ist, laden wir Sie zu einem persönlichen Vorgespräch ein.
Nach der gemeinsamen Entscheidung zur Aufnahme informieren wir Sie über den genauen Aufnahmetermin, für den wir eine ärztliche Einweisung benötigen.

Anmeldung / Terminvereinbarung / Vorgespräche

Frau K. Hiepler
Abteilungsassistentin

Telefon: 02372 861-989
Fax: 02372 861-513
E-Mail: kerstin.hiepler@lwl.org

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

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