Die Station E 13 ist eine offene Behandlungs- und Aufnahmestation der Gerontoneuropsychiatrischen Abteilung der LWL-Klinik (Hans-Prinzhorn-Klinik) in Hemer und hält insgesamt 28 Behandlungsplätze vor.
Das hausintern festgelegte Mindestalter für eine Behandlung in der Gerontoeuropsychiatrischen Abteilung liegt dabei in der Regel bei 55 Jahren, solange keine anderen Kriterien oder Absprachen getroffen sind.
Die Unterbringung der Patienten erfolgt überwiegend in 2-Bett-Zimmern, wobei die Station in Wahlleistungsfällen oder im Falle von medizinischen Notwendigkeiten 4 Einzelzimmer mit einem Wahlleistungsstandard anbieten kann.

Die Aufnahme der Patienten auf die Station E 13 erfolgt in der Regel nach Einweisung durch den Fach- oder Hausarzt. Dabei ist es für die Aufnahme und die Entlassplanung hilfreich, wenn zunächst eine Anmeldung über das Abteilungssekretariat (Telefon: 02372/861-634) erfolgt.
Natürlich ist die Station auch auf notfallmäßige Patientenaufnahmen vorbereitet, wenn es sich nicht um psychiatrisch intensiv-überwachungspflichtige Patienten handelt.

Theoretischer Hintergrund zu den Krankheitsbildern

Depression

Die betreffende Person leidet gewöhnlich unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führt zu erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Deutliche Müdigkeit tritt oft nach nur kleinen Anstrengungen auf.

  • verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit (sogar bei leichten depressiven Episoden)
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Gedanken oder erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit

Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert meist nicht auf die jeweiligen Lebensumstände, kann aber charakteristische Tagesschwankungen aufweisen. Wie bei den manischen Episoden zeigt sich das klinische Bild beträchtliche individuelle Varianten; ein untypisches Erscheinungsbild ist besonders in der Jugend häufig. In einigen Fällen stehen zeitweilig Angst, Gequältsein und motorische Unruhe mehr im Vordergrund als die Depression. Die Stimmungsänderung kann durch zusätzliche Symptome wie Reizbarkeit, exzessiven Alkoholgenuss, histrionisches Verhalten, Verstärkung früher vorhandener phobischer oder zwanghafter Symptome oder durch hypochondrische Grübeleien verdeckt sein.

Angst-/Zwangsstörung
Panikstörung

Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situationen oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen variieren die Symptome von Person zu Person, typisch ist aber der plötzliche Beginn mit Herzklopfen, Brustschmerzen, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen (Depersonalisation oder Derealisation). Fast stets entsteht dann sekundär auch Furcht zu Sterben, vor Kontrollverlust oder Angst, wahnsinnig zu werden. Die einzelnen Anfälle dauern meistens nur Minuten, manchmal auch länger. Häufigkeit und Verlauf der Störung sind ziemlich unterschiedlich. Patienten erleben in einer Panikattacke häufig ein Crescendo (anwachsen) der Angst und der vegetativen Symptome, was zu einem meist fluchtartigen Verlassen des Ortes führt. Kommt dies in einer besonderen Situation vor, z. B. in einem Bus, oder in einer Menschenmenge, so wird der Patient möglicherweise in Zukunft diese Situationen meiden. Auf ähnliche Weise können häufige und unvorhersehbare Panikattacken Angst vor dem Alleinsein oder vor öffentlichen Plätzen hervorrufen. Einer Panikattacke folgt meist die ständige Furcht vor einer erneuten Attacke.

Generalisierte Angststörung

Das wesentliche Symptom ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die aber nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt, oder darin nur besonders betont ist, d. h. sie ist frei flottierend. Wie bei anderen Angststörungen sind die hauptsächlichen Symptome sehr unterschiedlich, aber Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig werden Befürchtungen geäußert, der Betreffende selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder verunglücken, sowie eine große Anzahl anderer Sorgen und Vorahnungen. Diese Störung findet sich häufiger bei Frauen, oft in Zusammenhang mit lang andauernder Belastung durch äußere Umstände. Der Verlauf ist unterschiedlich, tendiert aber zu Schwankungen und Chronifizierung.

Zwangsstörung

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Verstellungen oder Impulse, die den Betroffenen immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, weil sie gewalttätigen Inhalts oder obszön sind, weil sie als sinnlos erlebt werden und die betroffene Person erfolglos versucht, Widerstand zu leisten. Sie werden als eigene Gedanken erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig als abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder Rituale sind ständig wiederholte Stereotypien. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Die betroffene Person erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihr Schaden bringen oder bei dem sie selbst Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen, wenn auch nicht immer, wird dieses Verhalten von der betroffenen Person als sinnlos und ineffektiv erlebt. Sie versucht immer wieder, dagegen anzugehen, bei sehr lange andauernden Störungen kann der Widerstand schließlich minimal sein. Vegetative Angstsymptome sind häufig vorhanden, aber auch quälende innere Anspannung ohne auffällige vegetative Stimulation. Es beseht eine enge Verbindung zwischen Zwangssymptomen ( besonders Zwangsgedanken ) und Depression. Patienten mit einer Zwangsstörung haben oft depressive Symptome. Patienten die unter rezidivierenden depressiven Störungen leiden, können während ihrer depressiven Episoden Zwangsgedanken entwickeln. In beiden Fällen wechselt der Schweregrad der Zwangssymptome im Allgemeinen entsprechend dem zu- oder abnehmenden Schweregrad der depressiven Symptomatik. Die Zwangskrankheit ist bei Männern und Frauen gleich häufig, oft finden sich schon prämorbid beträchtliche zwanghafte Züge. Der Krankheitsbeginn liegt meist in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter. Der Verlauf ist unterschiedlich und bei Fehlen deutlich depressiver Symptomatik eher chronisch.

Zwangsimpulse

Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen. Sie sind inhaltlich sehr unterschiedlich, aber für den Betreffenden fast immer quälend. Eine Frau kann beispielsweise von der Furcht gequält werden, dem Impuls, ihr geliebtes Kind zu töten, nicht mehr widerstehen zu können, oder unter einer obszönen oder blasphemischen und ichfremden wiederkehrenden bildhaften Vorstellung leiden. Manchmal sind diese Ideen einfach sinnlos und bestehen in endlosen pseudophilosophischen Überlegungen unwägbarer Alternativen. Diese unentschiedene Betrachtung von Alternativen ist ein wichtiger Teil vieler zwanghafter Grübeleien, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, triviale, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Dieses entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder die Tatsache, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein. Prämorbide Persönlichkeitsfaktoren wie bestimmte Persönlichkeitszüge (z. B. zwanghafte oder asthenische) oder neurotische Erkrankungen in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf verstärken, aber die letztgenannten Faktoren sind weder nötig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären.

Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Anhedonie (keine Lust / Freude verspüren) sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Üblicherweise findet sich Furcht vor und Vermeidung von Stichworten, die den Leidenden an das ursprüngliche Trauma erinnern könnten. Selten kommt es zu dramatischen akuten Ausbrüchen von Angst, Panik oder Aggression, ausgelöst durch eine plötzliche Erinnerung und/oder Wiederholung des Traumas oder der ursprünglichen Reaktion darauf. Gewöhnlich tritt ein Zustand vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlaflosigkeit auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Drogeneinnahme oder übermäßiger Alkoholkonsum können als komplizierende Faktoren hinzukommen.

Die Störung folgt dem Trauma mit einer Latenz, die Wochen bis Monate dauern kann (doch selten mehr als sechs Monate nach dem Trauma). Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Betroffenen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über. Diese Störung soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von außergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist. Eine "wahrscheinliche" Diagnose kann auch dann gestellt werden, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als sechs Monate beträgt, vorausgesetzt, die klinischen Merkmale sind typisch, und es kann keine andere Diagnose (wie Angst- und Zwangsstörung oder depressive Episode) gestellt werden. Zusätzlich zu dem Trauma muss eine wiederholte unausweichliche Erinnerung oder Wiederinszenierung des Ereignisses in Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen auftreten. Ein deutlicher emotionaler Rückzug, Gefühlsabstumpfung, Vermeidung von Reizen, die eine Wiedererinnerung an das Trauma hervorrufen könnten, ist häufig zu beobachten, aber für die Diagnose nicht wesentlich. Die vegetativen Störungen, die Beeinträchtigungen der Stimmung und das abnorme Verhalten tragen sämtlich zur Diagnose bei, sind aber nicht von erstrangiger Bedeutung.

Neben den genannten Erkrankungsbildern oder auch vergesellschaftet mit ihnen, zeigen sich komorbid auch häufig Suchterkrankungen, wobei dabei insbesondere Abhängigkeitssyndrome von Benzodiazepinen, Alkohol und Schmerzmitteln im Vordergrund stehen.
Im Rahmen der Behandlungsstrategie wird geprüft, ob eine vollständige Entzugsbehandlung möglich ist oder ob bei oft schon langjährigem Konsum von Benzodiazepinen zumindest eine Teilentgiftung mit kontrollierter Substitution im ambulanten Rahmen anzustreben ist.

1. Ärztinnen, Ärzte und Psychologen

Die Leitung der Gesamtabteilung erfolgt durch Herrn Wippermann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Geriatrie mit der Weiterbildungsermächtigung für die Neurologie.
Die oberärztliche Leitung der Station erfolgt aktuell durch Frau Dr. Ternes, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Herr Krein ist als Dipl.-Psychologe mit einer Teilzeitstelle von 25 Wochenstunden auf der Station beschäftigt.
Zudem ist im Rahmen eines jährlichen Rotationsverfahren ein Assistenzarzt mit einer Vollzeitstelle auf der Station vorhanden.

Dem ärztlichen Team obliegt die Verantwortung für die notwendigen Schritte der diagnostischen Abklärung sowie für die psychiatrisch-neurologische Behandlungsplanung. Diese Planung erfolgt in enger Abstimmung mit den weiteren Berufsgruppen, um letztendlich mit den Patienten das individuelle und möglicherweise im Verlauf modifizierte Behandlungsziel anzustreben.

2. Pflegerische Mitarbeiter

Neben voll examinierten Krankenschwestern und Krankenpflegern bzw. Altenpflegerinnen werden im Pflegeteam auch eine Arzthelferin beschäftigt. Vor dem Hintergrund der konzeptionellen Umstrukturierungen stehen nun mehr die psychiatrischen Pflegemaßnahmen im Vordergrund, während die klassisch somatisch bezogene Behandlungspflege natürlich weiterhin begleitend durchgeführt wird. Zu den Dokumentationsstandards gehört die Erfassung der Pflegediagnosen und –Maßnahmen, die über das POK-System verwaltet werden.

Die psychiatrische Behandlungspflege auf der Station beinhaltet folgende Aspekte:

Einzelfallbezogene Aufgaben

  • Erkennen des Pflegebedarfs
  • Pflegeanamnese erstellen
  • Krankenbeobachtung: Verhaltensweisen und Äußerungen des Patienten unter Berücksichtigung bestimmter Beobachtungskriterien (u.a. äußere Erscheinung, Sozialverhalten, Orientierung, Schlaf, Stimmung, Antrieb, medikamentöse Auswirkungen, Kommunikation, Fähigkeiten, Fertigkeiten) beobachten und ihn als Teil seines sozialen Umfeldes wahrnehmen und verstehen (Lebensräume, Umwelt, Kultur, Arbeitswelt, Freizeitgestaltung)
  • Bedürfnisse des Patienten erkennen und einbeziehen
  • Klassische psychiatrische Symptome und Erkrankungen erkennen, zuordnen und angemessen darauf reagieren (z.B. bei Suizidalität, Wahnideen, Halluzinationen, Aggressionen, Antriebsstörungen, Angst, Unruhe, manisch – depressive Verstimmungen, körperliche Auswirkungen)
  • Krisensituationen und Veränderungen im Verhalten und in der Stimmungslage erkennen (ggf. in Beziehung setzen zu Ereignissen in der Umgebung des Patienten wie z.B. Besuch, Urlaub, Mitarbeiterwechsel, besondere Ereignisse auf der Station)

Pflegerische Aufgaben

  • Beziehungsgestaltung, Kontakt und Vertrauen aufbauen durch verbale und nonverbale Kommunikation und gemeinsames Tun (unter Berücksichtigung von Nähe und Distanz)
  • Beziehung des Patienten zu sich selbst und anderen fördern
  • Sich auf langfristige Beziehungen einlassen
  • Das Ende einer pflegerischen Beziehung geplant gestalten
  • Patienten Rückmeldung geben (Verhalten, Äußeres, Beziehung, Fortschritte)
  • Alternative Verhaltensweisen aufzeigen
  • Therapeutisches Milieu gestalten
  • Bedürfnisse und lebenspraktische Fähigkeiten erkennen, erhalten, fördern, neue entdecken und nutzen.
  • Patienten im Alltag unterstützen, seine individuellen Wertvorstellungen, Möglichkeiten und Grenzen berücksichtigen, gemeinsam neue Wege finden (Tages- und Wochenstrukturierung, Hygiene, Haushalt, Freizeit, Umgang mit Krankheit / Behinderung)
  • Auseinandersetzung und Umgang mit Psychopharmaka
  • Injektionen: s.c.; i.m.; Verbandwechsel
  • Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Berufsgruppen und Diensten, Motivation zu und Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen
  • In unterschiedlichen Krisensituationen adäquat professionell handeln
  • Dokumentation der Pflege, Pflegeplanung, Pflegediagnoseschlüssel eingruppieren
  • Psychiatrische Pflege reflektieren und auswerten
  • Pflegerisches Handeln überprüfen, hinterfragen und ggf. neu anpassen
  • Gefühle im Umgang mit Patienten wahrnehmen, sich über ihre Ursache klar werden und angemessen handeln
  • Eigene Grenzen erkennen und sich entsprechend verhalten
  • Krisen, Ausnahmesituationen (u.a. Zwang, Gewalt, Suizid) bearbeiten, professionelle Bezugspersonen
  • Anleitung und Ausbildung von Berufskollegen
  • Ständige Fortbildung und Reflexion
  • Kooperation und Koordination mit anderen Berufsgruppen und Diensten
  • Mitarbeit in der Gemeinde
  • Kennen der politischen / gesundheitspolitischen Landschaft
  • Mitarbeit in entsprechenden Arbeitsgruppen und Gremien (z.B. PSAG)
  • Zustand tiefer Entspannung zu erreichen
  • Körperliche und seelische Blockaden zu lösen
  • Stress abzubauen
  • Neue Freude am Leben zu gewinnen

Behandlungsansätze

Für alle aufgeführten Störungs- /Krankheitsbilder gilt, dass ein multimodales Vorgehen am wirksamsten ist, d h. eine Kombination aus medikamentöser Therapie verbunden mit spezifischer Psychotherapie. Weitere ergänzende Therapieverfahren, wie z. B. Muskelentspannung nach Jakobsen, Musiktherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie etc., werden individuell im Rahmen der Behandlungsplanung aufeinander abgestimmt.

3. Ergotherapie

Zu den zentralen therapeutischen Behandlungsangeboten gehört die Ergotherapie, die direkt auf der Station in einem speziellen Raum angeboten wird.
Geleitet wird die Maßnahme durch eine ausgebildete Ergotherapeutin.

Die Ergotherapie beinhaltet neben tagesstrukturierenden Aspekten die Förderung von elementaren Fähigkeiten wie Konzentration, Aufmerksamkeit und Ausdauer, die Verbesserung motorischer Fähigkeiten wie Feinmotorik und Koordination, sowie die Verbesserung der emotionalen Fähigkeiten wie Motivation, Interesse und Selbstwahrnehmung.
Je nach Behandlungsziel können in der Ergotherapie verschiedene, oft alltagsrelevante Teilfunktionen verbessert und stabilisiert werden.
Der Patient kann sich durch handwerkliche, gestalterische und lebenspraktische Betätigungen als aktiv und handelnd erfahren. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien kann der Patient seine kreativen Fähigkeiten neu entdecken, seine Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit stärken sowie neues Selbstvertrauen aufbauen.

Die Ergotherapie wird in der Regel als Gruppenangebot durchgeführt. Dies ermöglicht eine Verbesserung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit sowie eine Förderung der Teamfähigkeit.

4. Abteilung für Sport- und Bewegungstherapie

Im Rahmen der sport- und bewegungstherapeutischen Gruppenangebote wird zur Förderung der allgemeinen physischen Mobilität je nach körperlicher Verfassung Hockergymnastik auf der Station oder Bewegungstherapie in der Turnhalle sowie therapeutisches Schwimmen im Hallenbad der Klinik angeboten. Darüber hinaus können die Patienten, bei entsprechender Eignung und Genehmigung durch den Arzt, selbständig Schwimmbad und Wellnessbereich nutzen.

5. Abteilung für Physiotherapie

Das physiotherapeutische Gruppenangebot ist spezialisierter ausgerichtet und umfasst die Bereiche Atemtherapie, Wassertreten, Rückenschule, eine Sturzprophylaxegruppe, sowie für einige ausgesuchte Patienten, die dazu körperlich und intellektuell in der Lage sind, die Shiatsu-Gruppe.

Die physiotherapeutische Einzelbehandlung beinhaltet sowohl individuell gezielte Mobilisierungsmaßnahmen bei neurologischen Erkrankungen, wie etwa dem Morbus Parkinson, als auch die Behandlung der im Rahmen der Komorbidität auftretenden orthopädischen, chirurgischen und internistischen Probleme. Dazu zählt außerdem der Einsatz von Massage- und Lymphdrainagetechniken sowie verschiedener modernster Geräte zur Laser-, Elektro-, Ultraschall, Mikrowellen- und Inhalationstherapie.

6. Musiktherapie

Der Musiktherapeut der Station orientiert sich methodisch an der "Schöpferischen Musiktherapie nach P. Nordorff und C. Robbins". Der Patient wird in eine gemeinsame musikalische Aktivität mit dem Therapeuten bzw. der Gruppe eingebunden, ohne dass dazu Vorkenntnisse erforderlich wären. Besonders in der Arbeit mit älteren Menschen wird von Ressourcen und der zeitgeschichtlich geprägten musikalischen Biographie ausgegangen.

Im Zentrum der Arbeit an therapeutisch relevanten Zielen steht die nonverbale Kommunikationsebene Musik. Vor dem Hintergrund der oben erwähnten Krankheitsbilder kann die Indikation für Musiktherapie u. a. sein: Förderung emotionaler Schwingungsfähigkeit, emotionaler Entlastung und Affektregulation, Strukturierung, Förderung von Aufmerksamkeit und Konzentration in einer musikalischen Aktivität, Förderung von Motivation und Selbstvertrauen.

In der Arbeit mit älteren Menschen hat sich besonders die Gruppenarbeit als sinnvoll erwiesen, wobei nach Absprache auch Einzelbehandlung möglich ist. Die Therapien finden sowohl in einem gesonderten Raum als auch auf der Station selbst statt.

Im Rahmen des neu erarbeiteten Stationskonzeptes werden, wie später erklärt, die Patienten indikationsspezifisch nach Schwere und Grad der psychiatrischen Grunderkrankung in verschiedene therapeutische Maßnahmen aus Ergo- und Musiktherapie zugeordnet.

7. Soziotherapie

Ein zentraler Bestandteil des Behandlungsplanes ist die Klärung der weiteren psychosozialen Perspektive. Dahingehend wird mit dem Patienten und den Angehörigen sowie weiteren Bezugspersonen, wie z. B. auch den gesetzlichen Betreuern oder Vorsorgebevollmächtigten frühzeitig besprochen, wie die weitere Prognose des Krankheits- und Behandlungsverlaufes einzuschätzen ist.

Ziel sollte zunächst sein, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass eine Reintegration in den häuslichen Alltag möglich ist. Dabei sind häufig ambulant flankierende Hilfsmaßnahmen zu organisieren. Dahingehend  bietet für die Station zuständige Sozialwissenschaftler Herr Dargel-Jänen Beratungsangebote an. Herr Dargel-Jänen ist auch als Gruppenleiter in das gruppentherapeutische Angebot der Station integriert und kann dann aufgrund guter Kenntnisse des Behandlungsstandes und der ersichtlichen Ressourcen die perspektivischen Möglichkeiten eines Patienten in der Diskussion mit den anderen Mitarbeitern der Station gut einschätzen.

Weitere wichtige Therapieangebote sind die Entspannungstherapie, die Backgruppe sowie gruppendynamische Angebote wie Kegeln und Ausflüge. Dabei erweisen sich insbesondere die Stadtfahrten oder auch Einkaufsfahrten im Zusammenhang mit der Backgruppe für viele Patienten als sehr hilfreich, da es häufig im ambulanten Vorfeld zu lang andauernden sozialen Desintegrationsphasen gekommen ist, in denen schon einfache alltägliche Verrichtungen wie Einkäufe völlig zum Erliegen gekommen sind. Auch können die Stadtfahrten von Patienten mit phobischen Erkrankungen genutzt werden, um die in den Therapiegesprächen gemeinsam erarbeiteten neuen und hilfreicheren Verhaltensweisen zu trainieren.

Diagnostisches Vorgehen

  • Anamneseerhebung, einschließlich Fremdanamnese
  • medizinische Diagnostik (Körperliche Untersuchung, psychopathologischer Befund, Labor, EKG, ggf. EEG, CCT, MRT etc.)
  • ggf. Psychologische Testdiagnostik

Dem Patienten werden die diagnostischen Maßnahmen und Befunde erläutert, einschließlich der festgestellten Diagnose.

Behandlungsziele

Die Behandlungsmaßnahmen/Ziele und ggf. – Dauer werden gemeinsam festgelegt. Es erfolgt eine ausführliche Aufklärung über die medizinisch-psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung.
Im weiteren Verlauf werden die erreichten Ziele der Behandlung überprüft und ggf. angepasst.

Bezugspflege

Definition

Bezugspflege ist eine Pflegeorganisationsform. Innerhalb der Bezugspflege trägt die Bezugspflegekraft die pflegerische Verantwortung für den Patienten. Innerhalb der Bezugspflege trägt die fachliche Leitung die fachliche Verantwortung.

Begrifflichkeit

Bezugspflegekraft ist das Synonym für den Ausführenden der Bezugspflege. Hauptmerkmale/ Prinzipen der Bezugspflege sind:

  • Kontinuität
  • Patientenorientierung
  • Koordination
  • Reflexion
  • die direkte Kommunikation z.B. mit dem Facharzt, den Angehörigen und dem sozialen Netzwerk

Grundlage der Bezugspflege

  • ist eine stabile (belastbare) Pflegebeziehung
  • ist eine umfassende pflegerische Verantwortung
  • Grundsätzlich ist der Patient für sich eigenverantwortlich. Die Koordination und Durchführung des Pflegeprozesses obliegt der Verantwortung der Bezugspflegekraft.
  • Ein wichtiger Bestandteil der Bezugspflege ist die Koordination der direkten Patientenversorgung

Zuteilung

  • Die Zuteilung der Bezugspflegekräfte auf die Patienten erfolgt durch die fachliche Leitung
  • Kriterien der Zuteilung könnten sein:
    1. freie Kapazitäten des Mitarbeiters
    2. Kompetenz des Mitarbeiters

Bei der Wiederaufnahme eines Patienten, ist die Beziehungskontinuität ein wichtiger Faktor. Daher erhält dieser in der Regel dieselbe Bezugspflegekraft wie in vorheriger Betreuung, solange diese noch Kapazitäten frei hat. Auch kann es aus therapeutischen Gründen zu einer Neubenennung der Bezugspflegekraft kommen.

Patientenwechsel

Ein Wechsel der Bezugspflegekraft sollte nur in Ausnahmesituationen erfolgen. Dies sollte umfangreich in einer Supervision oder einem Teamgespräch mit allen Mitgliedern des Teams reflektiert werden. Auch sollte dies einer engen pflegerischen Regulierung der fachlichen Leitung unterliegen.

Krisenmanagement

Das Krisenmanagement liegt innerhalb der Arbeitszeit der Bezugspflegkraft in deren Verantwortung. Außerhalb der Arbeitszeit der Bezugspflegekraft ist das Krisenmanagement durch den rotierenden Dienst zu  übernehmen.

Fachliche Unterstützung

Der Bezugspflegekraft stehen Supervision und Beratung zur Verfügung.
Die fachliche Leitung hat die Aufgabe der professionellen Unterstützung der Bezugspflegekraft durch:

  • Supervision der Patientenarbeit
  • die Ausbildung, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter
  • zudem sollte sie zur Beratung zur Verfügung stehen

Prozesskriterien

Aufnahme des Patienten:

  • die Bezugspflegekraft führt das Erstgespräch für die Aufnahme des Patienten in der stationären psychiatrischen Pflege durch.
  • die Bezugspflegekraft bestimmt die Behandlungsplanung und Durchführung der Pflegeinterventionen und stimmt diese mit der fachlichen Leitung ab.

Umsetzung des Pflegeprozesses und der Behandlungsplanung

Aufgaben

  • Durchführung der pflegerischen Informationssammlung (Erstanamnese)
  • Formulierung der Pflegeressourcen / Pflegeprobleme
  • Erstellung der Pflegediagnosen
  • Erstellung der pflegerischen Maßnahmenplanung
  • die fachliche Leitung führt auf Nachfrage der Bezugspflegekraft zur Erhöhung der Fachkompetenz Beratungs- und Reflexionsgespräche zu speziellen Fragestellungen durch
  • die fachliche Leitung bündelt und steuert auf der Leitungsebene Anfragen und Aufträge
  • die Bezugspflegekraft hat die Aufgabe, die vorliegende Pflegeplanung kontinuierlich fortzuführen und diese individuell je nach Bedarf anzupassen
  • die Bezugspflegekraft setzt die geplanten Pflegemaßnahmen um
  • die Bezugspflegekraft informiert den Patienten über alle Schritte des Pflegeprozesses (Ressourcen/Problem bzw. Diagnose, Planung, Evaluation/Veränderungen)
  • die Bezugspflegekraft übernimmt die Vermittlung des Behandlungsprozesses in Absprache und Beteiligung des Patienten

Dokumentation

  • die Bezugspflegekraft ist für die gesamte Verlaufsdokumentation bzgl. ihres Patienten verantwortlich
  • unter Einhaltung der Dokumentationsrichtlinien im EDV- Programm Nexus/KIS

Koordination des mit dem Facharzt erstellten Behandlungsplans

  • die Bezugspflegekraft koordiniert den vom Facharzt erstellten Behandlungsplan (z.B. hinsichtlich der Medikamenteneinnahmen, Therapien)
  • die Bezugspflegekraft nimmt in regelmäßigen festgelegten Zeitabständen an gemeinsamen Fallkonferenzen mit dem Facharzt teil
  • die Bezugspflegekraft hält den ständigen Kontakt zum Facharzt

Evaluation

Die Bezugspflegekraft ist für die Evaluation des Pflegeplans verantwortlich.

Ergebniskriterien

Nutzen für den Patienten

  • durch die Bezugspflegekraft erlebt der Patient einen verlässlichen Behandlungspartner in einer vertrauensvollen Beziehung
  • im Rahmen der Bezugspflege wird dem Patienten eine Kontinuität in der Behandlung garantiert

Durch die Arbeit der Bezugspflegekraft

  • wird der Patient aktiv an der Behandlung beteiligt
  • wird dem Patienten Sicherheit vermittelt und es wird somit möglich sich Veränderungsprozessen zu stellen
  • wird eine Rückführung in Selbständigkeit der Lebensgestaltung des Patienten ermöglicht
  • wird eine verbesserte Pflegequalität wahrgenommen
  • erlebt der Patient eine Hilfe in seiner Lebenswirklichkeit
  • die Anzahl der Personen im Rahmen der Versorgung  bleibt für den Patienten überschaubar
  • bildet sich die Grundlage für eine gemeinsame Zieldefinition des pflegerischen Auftrags zwischen Patient und der ihn betreuenden Person
  • erhöht sich die Compliance des Patienten
  • wird die Beteiligung des Angehörigen am Versorgungsprozess verbessert
  • wird der eigene Umgang des Angehörigen mit dem Patienten verbessert
  • können Angehörige neu motiviert werden
  • entwickeln Angehörige neues Vertrauen in die Behandlung
  • können Angehörige "gefühlte" Verantwortung abgeben und fühlen sich dadurch entlastet
  • kann potentiell Krankheitsförderndes Handeln von Angehörigen erkannt und bearbeitet werden
  • erleben Angehörige Hilfe in der eigenen Lebenswirklichkeit

Nutzen für die Bezugspflegekraft

  • im Rahmen der Arbeit als Bezugspflegekraft wird die Wahrnehmung von Verantwortlichkeit für die Belange des Patienten gefördert
  • durch die Bezugspflege hat die betreuende Pflegekraft ein genaueres Wissen und eine engere Beziehung zum Patienten
  • sie nimmt den Zusammenhang der eigenen Intervention mit dem Behandlungserfolg war
  • erlebt eine vertrauensvolle Beziehungsarbeit
  • eine Handlungsautonomie in der direkten Patientenbetreuung
  • Wertschätzung und Verantwortung innerhalb ihrer Tätigkeit
  • eine hohe Kontinuität im Arbeitsprozess
  • das Arbeiten im Rahmen der Bezugspflege erhöht die Berufsidentität und die Arbeitszufriedenheit
  • eine höhere Effektivität des Pflegeprozesses
  • eine höhere Qualität der Behandlungspflege
  • die Bezugspflege führt zu weniger Informationsverlust
  • durch die Organisation von Bezugspflege wird eine Überforderung in der Patientenversorgung vermieden

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

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