Offene allgemeinpsychiatrische Aufnahme- und Weiterbildungsstation der Abteilung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie II.

1. Allgemeine Einführung

1.1.Zielgruppen

Schizophrenerkrankte Menschen
Depressiv erkrankte Menschen
Angst- und Zwangserkrankungen
Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
Altersgruppe: 18 bis 60 Jahre

1.2. Struktur der Station

Offengeführte Station mit Aufnahme direkt auf die Station oder Weiterbehandlung nach Übernahme von einer geschützten allgemeinpsychiatrischen Station.

31 Behandlungsplätze/-Betten (regulär 29 Plätze/Betten).

2. Krankheitsbilder und deren Behandlung

2.1 Folgende Krankheitsbilder und Störungen werden behandelt
  • Schizophrenie
  • Depression
  • Angst-/Zwangsstörung
    • Panikstörung
    • Generalisierte Angststörung
    • Zwangsstörung
    • Zwangsimpulse
  • Borderlinestörung
    • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
    • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
2.2. Behandlungsansätze

Für alle unter 2.1. aufgeführten Störungs- /Krankheitsbilder gilt, dass ein multimodales Vorgehen am wirksamsten ist, d h. eine Kombination aus medikamentöser Therapie verbunden mit spezifischer Psychotherapie. Weitere ergänzende Therapieverfahren, wie z. B. Muskelentspannung nach Jakobsen, Musiktherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie etc., werden individuell im Rahmen der Behandlungsplanung aufeinander abgestimmt.

3. Diagnostik und Therapie

3.1. Diagnostisches Vorgehen
  • Anamneseerhebung, einschließlich Fremdanamnese
  • Medizinische Diagnostik (Körperliche Untersuchung, psychopathologischer Befund, Labor, EKG, ggf. EEG, CCT, MRT etc.)
  • ggf. Psychologische Testdiagnostik
  • Dem Patienten werden die diagnostischen Maßnahmen und Befunde erläutert, einschließlich der festgestellten Diagnose.
3.2. Behandlungsziele
  • Die Behandlungsmaßnahmen/Ziele und ggf. – Dauer werden gemeinsam festgelegt. Es erfolgt eine ausführliche Aufklärung über die medizinisch-psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung.
  • Im weiteren Verlauf werden die erreichten Ziele der Behandlung überprüft und ggf. angepasst.
3.3. Therapieabläufe
  • Der Bezugstherapeut ist ggf. auch gleichzeitig der Psychotherapeut. Er begleitet den Patienten während der stationären Behandlung.
  • Der Bezugstherapeut plant und koordiniert mit dem Patienten zu Beginn der Behandlung die individuell ausgerichteten Therapieangebote.
  • In den Gruppen- oder Einzeltherapiesitzungen kommen Methoden der Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie und lösungsorientiert systemische Therapieansätze zur Anwendung.
3.4. Musiktherapie
3.5. Ergotherapie
  • Je nach Störungsbild bzw. im Vordergrund stehenden Krankheitssymptomen besteht die Möglichkeit an der täglich angebotenen Beschäftigungstherapie teilzunehmen. Patienten können dort mit unterschiedlichen Materialien kreativ tätig werden und sich dabei erleben.
  • Nach entsprechender Indikationsstellung kann sich der Patient in der Arbeitstherapie im handwerklichen Bereich, z. B. Druckerei, Schlosserei, Gärtnerei oder in der Montage in der industriellen Fertigung erproben, bestimmte Grundarbeitsfähigkeiten trainieren.
  • Ein Spezielangebot innerhalb der Ergotherapie stellt das computergestützte Hirnleistungstraining (Cogpack) dar, im Rahmen dessen kognitive Fähigkeiten gefördert werden können.
3.6. Sport- und Bewegungstherapie
  • Sportliche Aktivitäten werden in Form von Schwimmen, Walking, Wassergymnastik, Badminton und Laufgruppe angeboten.
  • Bewegungstherapie wird für spezielle Krankheitsbilder angewendet, bei denen die Körperwahrnehmung bzw. Bewegungsabläufe verändert sind.
  • In diesem Bereich ist auch die Reittherapie unterstützend wirksam und fördert zudem das Selbstwertgefühl.
  • Außerdem besteht die Möglichkeit im Kardioraum die Ausdauer zu trainieren. Des weiteren verfügt das Krankenhaus über Angebote der Medical Wellness (Sauna etc.)
3.7. Entspannungsverfahren
  • In Gruppen wird unter Anleitung eine gezielte Muskelentspannung nach Jakobsen angeboten (PMR).
3.8. Störungsspezifische Gruppenangebote
  • Besonders für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung wird das sogenannte Achtsamkeitstraining angeboten.
  • Weniger diagnosespezifisch sind die Gruppen mit den Themen Psychoedukation und SKT (Soziales Kompetenztraining) und wendet sich an Patienten mit Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Bereich.
3.9. Angehörigenangebote
  • Angehörige, rechtliche Betreuer und/oder Mitarbeiter von betreuenden Einrichtungen werden in die stationäre Behandlung mit einbezogen. Je nach Bedarf und Problemstellung finden gemeinsame Gespräche statt, in denen die Schwierigkeiten des Patienten im Lebensalltag betrachtet und gemeinsam veränderungs- und beziehungsweise Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.
3.10 Bezugspflege
  • Jeder Patient erhält zu Beginn der stationären Behandlung eine Bezugspflegekraft. Diese ist in enger Zusammenarbeit mit dem Bezugstherapeuten Ansprechpartner während des Klinikaufenthaltes. Durch diese konstante Beziehung soll die Vertrauensbildung und die Möglichkeit, z. B. Wünsche, Ängste und Bedürfnisse anzusprechen, erleichtert werden.
3.11. Freizeitgestaltung
  • Es besteht die Möglichkeit in der hauseigenen Kegelbahn gemeinsam zu kegeln. Im Garten der Station wird bei gutem Wetter gemeinsam gegrillt. Darüber hinaus können ausgiebige Spaziergänge in die nähere Umgebung unternommen werden.

4. Behandlungsteam

4.1. Kommunikation
  • Das Pflegeteam deckt die Betreuung und Unterstützung über den gesamten Tagesablauf ab und ist in 3-Schichten organisiert. Zu jedem Schichtwechsel findet eine Übergabe statt. Hier werden Befinden, aktuelle Ereignisse im Rahmen der Behandlung über jeden Patienten einzeln ausgetauscht. Das therapeutische Team arbeitet von 08:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Außerhalb der Dienstzeiten ist der Arzt vom Dienst für medizinische Belange Ansprechpartner. Der Informationsaustausch des therapeutischen Teams mit dem Pflegeteam findet in der Mittagsübergabe statt. Hier werden die Behandlungsverläufe der einzelnen Patienten differenziert betrachtet und diskutiert und weitere therapeutische Maßnahmen geplant.
  • Jede therapeutische und pflegerische Maßnahme wird zeitnah im elektronischen Dokumentationssystem (KIS) erfasst.
4.2. Fortbildung
  • Alle Mitglieder des Stationsteams nehmen regelmäßig an themenbezogenen Fortbildungen teil.
4.3. Supervision
  • Das Team wird in seiner Arbeit regelmäßig durch einen externen Supervisor begleitet.
4.4. Personalbesetzung
  • Psychiatrisch geschultes Pflegepersonal, davon 3 Fachpfleger/Fachkrankenschwestern für Psychiatrie
  • 1 Stationsarzt (Weiterbildungsassistent)
  • 1 Oberärztin (Fachärztin für Neurologie)
  • 1 Diplom-Psychologin
  • 1 Psychologin im Praktikum (PiP)
  • 1 Musiktherapeutin
  • 1 Diplom Sozialarbeiterin
  • 1 Ergotherapeuten
  • 1 Reittherapeutin (extern)

5. Kooperation

Das Team arbeitet eng mit den verschiedenen komplementären Einrichtungen des Märkischen Kreises zusammen.

Eine spezielle Kooperation besteht mit der Caritas. Auf der Station wird von der Caritas eine Sprechstunde für psychisch kranke Eltern und deren Kinder angeboten. Bei Bedarf besteht für diese Kinder die Möglichkeit, an einem speziellen Angebot der Caritas für Kinder psychisch kranker Eltern teilzunehmen (extern).

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

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