Anmeldung der Station B6Die Depressionsstation ist ein Angebot zur stationären Behandlung von Menschen, die unter einer depressiven Erkrankung leiden.

Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung erfolgt auf einer offenen Station.

Die personelle Ausstattung ermöglicht intensive Bezugspflege und ist an den Bedürfnissen depressiver Patienten orientiert. So können auch Menschen in suizidalen Krisen auf der offenen Station begleitet und behandelt werden. In der Regel kann so eine Verlegung auf eine geschlossene Station vermieden werden.

Grundsatz der Behandlung

Vom Gesamtansatz her gehen wir von einem bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnis aus, das bedeutet, dass wir biologische, psychologische und soziale Faktoren in ihren komplexen Wechselwirkungen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Erkrankungen berücksichtigen, aber auch das Selbsthilfepotenzial des Patienten aktivieren und die Ressourcen fördern.

Ausstattung der Station

  • Offenes Setting mit 28 Behandlungsplätzen
  • Unterbringung in Einzel- und Doppelzimmern, zum Teil mit eigener Dusche und WC
  • Zwei Aufenthaltsräume mit TV
  • Großer Gemeinschaftsraum
  • Lichttherapieraum
  • Speiseraum und Stationsküche

Außerhalb der Therapiezeiten bestehen zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung (Tischtennis, Sauna, Kegeln, hauseigenes Hallenschwimmbad, hauseigene Disco, Spaziergänge, usw.)

Billardtisch auf der Station B6

Zimmer auf der Station B6

 

Wen nehmen wir auf?

Menschen die unter aktuellen oder an seit längerem bestehenden gravierenden depressiven Beeinträchtigungen leiden. Bei Mehrfachdiagnosen sollte die Behandlung der depressiven Störung im Vordergrund des Behandlungsauftrages stehen.

Wie erfolgt die Aufnahme?

In der Regel erfolgt die Aufnahme nach einem Vorgespräch und Einweisung durch den behandelnden niedergelassenen Arzt. Die Koordination der Termine erfolgt durch unsere Abteilungsassistentin.

Was steht am Anfang der Behandlung?
  • Differenzierte psychiatrische und psychologische Diagnostik
  • Erarbeitung von individuellen Therapiezielen und eines Behandlungsplanes einschließlich Vereinbarung der voraussichtlichen Behandlungsdauer
  • Unterstützende medikamentöse Behandlung
Was sollten Sie mitbringen:
  • bequeme Freizeit- und Alltagskleidung
  • Sport- und Wanderschuhe
  • Schwimm- und Sportkleidung

Behandlungsangebote

  • Psychotherapie im Einzel- und Gruppensetting
  • Medikamentöse Behandlung
  • Familien- und Paargespräche
  • Angehörigengruppe
  • Tanz-Ausdruckstherapie
  • Arbeitstherapie
  • Kunsttherapie
  • Musiktherapie
  • Lichttherapie
  • Wachtherapie
  • Training sozialer Kompetenz
  • Trainingsprogramm zur Rezidivprophylaxe bei bestimmten depressiven Erkrankungen
  • Bewältigungstraining bei sekundärem Suchtverhalten
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Unterstützung beim Aufbau einer Tagesstruktur im Rahmen der aktivierenden Bezugspflege
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie, Gymnastik, Schwimmen
  • Physikalische Therapie, Massagen, Rückenschule, Körpertherapie
  • Kneipp’sche Anwendungen
  • Shiatsu
  • Unterstützung bei Problemen mit Beruf, Finanzen und Wohnung durch unseren Sozialdienst einschließlich Abklärung beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen
  • Zusammenarbeit mit ambulanten Einrichtungen und Stellen, die eine ambulante Nachbehandlung ermöglichen
  • Repetetive transkranielle Magnetstimulation

Behandlung und Betreuung erfolgt durch

  • Fachärzte für Neurologie, Psychiatrie mit psychotherapeutischer Ausbildung
  • Diplom Psychologen mit Psychotherapieausbildung
  • Fachlich versierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen mit langjähriger Erfahrung
  • Diplom Musiktherapeutin
  • Diplom-Kunsttherapeut mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung
  • Dipl.-Sozialpädagoge
  • Ergotherapeuten
  • Tanz- und Ausdruckstherapeuten
  • Sport- und Physiotherapeuten

Spezielle Therapieangebote

Psychotherapiegruppe I

Diese Gruppe richtet sich nach den aktuellen Konzepten der Verhaltenstherapie bezüglich Verständnis und Behandlung depressiver Erkrankungen. Neben der Psychoedukation werden die daraus abgeleiteten Behandlungsbausteine besprochen (Aufbau positiver Aktivitäten, Arbeit an depressiven Denkmustern, Arbeit am Selbstwertgefühl).

Psychotherapiegruppe II

Diese Gruppe richtet sich nach dem Therapiemodell der interpersonellen Psychotherapie (Klermann/Weissmann). Der lösungsorientierte Ansatz und die Selbständigkeit in der Gruppe (Selbstmanagement) stellt einen besonderen Schwerpunkt dar. Therapieziel ist es, die Gruppe darin zu stärken, gemeinsam Probleme zu erarbeiten, die für den jeweiligen Patienten im Augenblick im Vordergrund stehen.

Psychotherapiegruppe III

Bei der Behandlung vieler Menschen mit Depressionen zeigt sich, dass ein wichtiger Kern ihrer Schwierigkeiten darin besteht, wie sie sich selbst bewerten und mit sich selbst umgehen. Das Ziel der Gruppe besteht darin, ein Modell zu vermitteln, mit dem die Patienten in die Lage versetzt werden sollen, langfristig dysfunktionale Muster im Umgang mit der eigenen Person zu erkennen und zu hinterfragen. Außerdem werden Möglichkeiten für einen gesünderen Umgang mit sich selbst vermittelt, mit der Hoffnung, den Patienten die Wichtigkeit von Eigenverantwortung und Selbstfürsorge nahe zu bringen.

Achtsamkeitsbasierte Gruppe

Achtsamkeit ist ein Prozess, bei dem die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick gerichtet ist. Sie ist ein Instrument, um Gefühle, Gedanken und körperliche Regungen im Hier und Heute zu beobachten, wahrzunehmen und nicht zu bewerten. Dabei werden mit formellen Übungen (z. B. achtsame Körperwahrnehmung und Sinneswahrnehmung) und informellen Übungen (z. B. alltägliche Abläufe als Erfahrungsraum) die Sinne auf das aktuelle Erleben gelenkt. Dabei werden Möglichkeiten erlernt, Grübelschleifen zu unterbrechen und distanziertes Betrachten von Gedanken und Haltungen eingeübt.
Diese Gruppe orientiert sich an verhaltenstherapeutischen Konzepten, wie der achtsamkeitsbasierten Rückfallprophylaxe für Depressionen (MBCT).

Schematherapie im Einzelsetting

Die Schematherapie zählt zu der sogenannten dritten Welle der kognitiv-verhaltentherapeutischen Therapie und erweitert die Methoden der kognitiven Therapie um Elemente der psychodynamischen, bindungstheoretischen und gestalttherapeutischen Konzepte. Sie wurde von Jeffrey E. Young aus der "Kognitiven Therapie für Persönlichkeitsstörungen" nach A. Beck entwickelt. Diese Therapieform zielt vor allem darauf ab, chronisch emotionale Probleme zu lindern und dysfunktionale Lebensmuster zu durchbrechen.

Nach Jeffrey Young entwickelt jeder Mensch im Verlauf seiner Kindheit Konzepte (Schemata) von sich selbst, von anderen und von der Welt. Diese Schemata sind die Grundlage dafür, wie ein Mensch später mit verschiedenen Situationen im Erwachsenenleben umgeht. Ein Schema ist das feste Muster aus zusammengehörigen Erinnerungen, Gefühlen und Gedanken. Bei manchen Menschen werden kindliche Grundbedürfnisse, z. B. Liebe, Sicherheit, Akzeptanz oder die Freiheit sich auszudrücken nicht genügend erfüllt. Infolgedessen ist es ihnen wenig möglich, gesunde Konzepte über sich selbst und die Umwelt zu erlernen und es entstehen dysfunktionale (problematische) Schemata. Durch ein schemaauslösendes Ereignis kommt es zu einer Aktivierung von Gedanken, Gefühlen und daraus resultierenden Handlungen in der aktuellen Situation (Modus).

Das therapeutische Vorgehen erfolgt über drei Zugangswege:

  • Denken (kognitiven Techniken)
  • Fühlen (emotionsorientierte Techniken)
  • Handeln (verhaltenstherapeutische Techniken)

Die Schaffung einer tragfähigen, sicheren therapeutischen Beziehung ist ein zentraler Punkt in der Schematherapie. Der Therapeut unterstützt den Patienten anstatt ihn zu kritisieren oder zu bestrafen und hilft ihm, neue emotionale Reaktionen und Verhaltensstrategien zu erlernen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Schematherapie zu einer Stärkung des gesunden Erwachsenenmodus führt, mit dem Ziel, dass die Patienten ihr Leben entsprechend der eigenen Werte und Ziele gestalten und mehr Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen und sich selbst (eigene Bedürfnisse, Emotionen, Möglichkeiten und Grenzen) erlangen.

Literaturhinweise

"Wenn das Leben zur Last wird: Depression überwinden, ins Leben zurückkehren"
Dr. Rolf Merkle

"Depression - die Sehnsucht nach Zukunft: Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige"
Eckhard Roediger

"Selbstmitgefühl: Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden" Kristin Neff

"Depression überwinden - niemals aufgeben"
Günther Nicklewski, Rose Riecke-Niklewski

"Raus aus den Lebensfallen"
Eckhard Roediger

"Andere Wege gehen: Lebensmuster verstehen und verändern - Ein schematherapeutisches Selbsthilfebuch"
Jacob, van Genderen, Seebauer

"Besser leben lernen: Innere Balance zwischen Wunsch und Wirklichkeit"
Eckhard Roediger

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

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