1. Allgemeine Einführung

1.1. Zielgruppen

Die Station D11 ist konzipiert für Patienten zwischen 18 und ca. 60 Jahren, die einer vollstationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bedürfen und an einer der nachstehenden Störungen erkrankt sind:

  • Schizophrenien und schizoaffektive Störungen sowie sonstige psychotische Erkrankungen
  • monopolare oder bipolare affektive Störungen (Depression/Manie)
  • akute Belastungsreaktionen
  • schwere psychosomatische Störungen, Konversionsstörungen
  • Krisen im Rahmen von Persönlichkeitsstörungen
  • Angst-, Ess- oder Zwangsstörungen
  • posttraumatische Belastungsstörungen

Anmeldung Station D11

Aufenthaltsbereich Station D11

 

1.2. Struktur der Station

Die Station D11 ist der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie I der LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, zugeordnet. Sie ist eine offene Aufnahme- und Weiterbehandlungsstation.

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie I ist nach einem sektorisierten Versorgungskonzept gegliedert. Der Versorgungsauftrag für die Station D11 umfasst die Städte Iserlohn, Altena, Werdohl und Nachrodt-Wiblingwerde. In Einzelfällen werden selbstverständlich auch Patienten von außerhalb des eigentlichen Versorgungsgebiets behandelt.
Die Station D11 wird gemischtgeschlechtlich belegt. Sie verfügt derzeit über 13 Doppel- und 5 Einzelzimmer.

2. Diagnostik und Behandlung

2.1 Allgemeine Behandlungsziele

Allgemeine Behandlungsziele sind vorrangig die Rückbildung der Krankheitssymptome und somit die Linderung der zur Aufnahme führenden Beschwerden. Großen Wert legen wir auf die Stärkung der Kompetenz des Einzelnen im Umgang mit der psychischen Erkrankung als Voraussetzung für deren Überwindung. Hierzu haben wir eine Vielzahl von Angeboten, auch für Angehörige, installiert. Die letzte Phase des Aufenthalts dient stets der Vorbereitung der Rückkehr in den persönlichen Lebens- und Arbeitsbereich. Hierzu zählt z. B. die Wieder-erlangung der Arbeitsfähigkeit oder die Erprobung der Belastbarkeit mittels Beurlaubungen. Gelegentlich stellt sich während einer Behandlung heraus, dass ein Verbleib im vorherigen Lebensbereich nicht mehr möglich ist. Dann versuchen wir, in enger Kooperation mit Betroffenem, Angehörigen, etwaigen Betreuern usw. neue Lebens- und Wohnformen zu finden und zu erproben (z. B. Praktika im IBS Iserlohn, Vermittlung in WGs oder Betreutes Wohnen).

2.2 Aufnahme, Indikationsstellung und Therapieplanung

Nach der obligatorischen körperlichen Untersuchung werden erste Entscheidungen hinsichtlich der Notwendigkeit von Medikation getroffen. Auch die Erhebung fremdanamnestischer Angaben findet möglichst frühzeitig statt. Die weitere Diagnostik umfasst das gesamte heute übliche Instrumentarium (Labor, EKG, EEG, CCT, Konsiliaruntersuchungen anderer Disziplinen, psychometrische Tests usw.).

Der Therapieplan umfaßt verbindliche und individuell festzulegende Elemente.
Verbindlich für alle Patienten im Lauf einer Woche sind:

  • 2 Gruppenvisiten am Montag und Freitag Vormittag
  • Einzelvisite durch den Chefarzt und/oder den Oberarzt am Dienstag oder Donnerstag
  • 2 Gesprächsgruppen, entweder Montags und Freitags oder Dienstags und Donnerstags
  • 1 Stationsbesprechung am Mittwoch Mittag

Die Teilnahme an den Gesprächsgruppen kann aufgrund der Akuität der Erkrankung oder aufgrund fehlender Sprachkenntnisse erlassen werden.
Die Gruppe I ist eine psychoedukative Gruppe für Psychoseerkrankte. Sie orientiert sich am ALLIANCE-Programm der TU München. Außerdem wird einmal pro Woche mit den Patienten das KOMPETENZ-Spiel gespielt, ein Brettspiel, das unter wissenschaftlicher Beteiligung entwickelt wurde, um Defizite im Bereich emotionaler, sozialer und kognitiver Fähigkeiten gezielt zu fördern.

Die Gruppe II ist eine Psychotherapiegruppe, die von den Diplompsychologen der Station geleitet wird. Sie dauert ca. 60 Minuten und wird ständig den Erfordernissen des derzeitigen Klientel angepasst.

Die Einzelgespräche werden jeweils mit dem Bezugstherapeuten vereinbart. Individuell erfolgt die Einteilung zu den weiteren Therapien, wobei Modifikationen im Behandlungsverlauf, z. B. bei zunehmender Belastbarkeit, mit dem Bezugstherapeuten abgesprochen werden.

2.3 Pflegekonzept

Unter Berücksichtigung der individuellen Situation des Patienten will die psychiatrische Pflege auf der Station:

  • den Menschen zu größtmöglicher Unabhängigkeit verhelfen,
  • sich sowohl um die kranken als auch um die gesunden Anteile bemühen,
  • jeden Menschen als Individuum sehen,
  • die Probleme und Ressourcen erfassen und in der Pflegeplanung berücksichtigen,
  • in Beziehung zum Patienten treten und die Fähigkeit des Patienten fördern, mit anderen Menschen umzugehen,
  • den Patienten in einem größeren Zusammenhang sehen und dabei die Fähigkeiten und Ressourcen der Angehörigen und der Personen seines sozialen Umfelds berücksichtigen,
  • dem Wertesystem, Menschenbild und der Lebensauffassung des Betreffenden Rechnung tragen,
  • in Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen erwägen, in welchen Fällen auch "unverlangte Hilfe" notwendig und gerechtfertigt ist,
  • den Patienten zu einer bestmöglichen, wenn möglich selbständigen Ausübung seiner Lebensaktivitäten verhelfen.

Die Pflegekräfte der Station D11 bieten sowohl Einzel- als auch Gruppenaktivitäten an:

  • Emotionsraum
  • Sozialtraining
  • Kochgruppe
  • Stationsrunde
  • Kegeln und Spiele
  • Außenaktivitäten
  • Wochenausklang

2.4 Kreative Therapien

Auf der Station befindet sich ein Ergotherapieraum, in dem die Ergotherapie in 2 Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten wird. Ein besonderes Angebot ist die Tanz- bzw. Ausdruckstherapie, die ebenfalls wahlweise als Einzel- oder Gruppensitzung durchgeführt wird. Als nonverbale Behandlungsform mit vielfältigen Möglichkeiten eröffnet sie den Teilnehmern neue Zugänge zu ihrem seelischen Erleben und ergänzt die gesprächszentrierten Verfahren optimal.

2.5 Arbeitstherapie

Nach entsprechender Indikationsstellung nehmen die Patienten am zentralen Angebot der Klinik teil (Holz, Metall, Büro usw.). In der Arbeitstherapie angesiedelt ist auch das PC-gestützte Kognitionstraining.

2.6 Sport- und Bewegungstherapie, Physiotherapie, Entspannung

Nach entsprechender Indikationsstellung nehmen die Patienten am zentralen Angebot der Klinik teil. Morgens wird von der Tanztherapeutin ein weiteres Bewegungsangebot gemacht.
Zweimal wöchentlich wird eine Entspannungsgruppe zu ca. 30 Minuten angeboten.

2.7 Tiergestützte Intervention

Für etwa 4 Patienten besteht die Möglichkeit, nach Absprache Mittwochs vormittags an der sog. tiergestützten Intervention teilzunehmen. Dieses Angebot findet extern auf Gut Holmecke statt. Im Kontakt mit Ponys oder Reitpferden (im Wechsel) lassen sich vielfältige Erfahrungen machen, die für die Therapie genutzt werden können.

2.8 Rollenspielgruppe

Ca. 10-12 Patienten können nach Absprache an einer Psychodramagruppe teilnehmen, die Mittwochs nachmittags stattfindet. Sie wird vom Diplompsychologen der Station geleitet, dauert 90 Minuten und bietet somit die Gelegenheit, eine bestimmte Problematik einmal in größerer Ausführlichkeit und in kleinerem Kreis zu behandeln, als es in den Gesprächsgruppen möglich ist. Die Methode eignet sich somit besonders für etwas stabilere Psychotherapiepatienten.

2.9 Sozialdienst

Psychiatrische Sozialarbeit leistet Integrationsarbeit mit Patienten und versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Lebenswelt der Patienten wird in den individuellen und psychischen Faktoren sowie in der sozialen und materiellen Situation erfasst. Zu den wesentlichen Aufgabenbereichen zählen:

  • Erhebung der Sozialanamnese
  • Psychosoziale und sozialrechtliche Beratung von Patienten und deren Angehörigen
  • Einzelfallhilfe zur Wiedereingliederung in das familiäre und gesellschaftliche Leben
  • Hausbesuche
  • Klärung von Anspruchsvoraussetzung gegenüber Leistungsträgern und ggf. Beantragung der wirtschaftlichen und materiellen Hilfen
  • Einzelfallhilfe bei der Schuldenregulierung
  • Einzelfallhilfe bei der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben
  • Koordination der Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Institutionen (z. B. Sozialpsychiatrischer Dienst, Betreuer, Beratungsstellen, Nachsorgeeinrichtungen)

2.10 Angehörigenangebote

Alle Angehörigen haben die Möglichkeit, sich Gesprächstermine beim Bezugstherapeuten geben zu lassen. Zur Vorbereitung liegen einige Broschüren über gängige Krankheitsbilder im Kanzelbereich zur Mitnahme aus. Alle 4 Wochen donnerstags abends findet die Angehöri-gengruppe für die gesamte Abteilung statt, hier nehmen vom Personal aus regelmäßig ein Oberarzt/Oberärztin und ein Mitglied des Pflegepersonals teil.

3. Behandlungsteam

Ärztlich-therapeutische Besetzung:

  • 1 Oberarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit tiefenpsychologischer Ausrichtung
  • 1 Assistenzärztin/-arzt in Weiterbildung
  • 1 Diplompsychologe/Psychologischer Pychotherapeut mit Ausbildungen in Gesprächspsychotherapie nach Rogers und Psychodrama
  • 1 Psychologe/-in im Praktikum, d.h.in Ausbildung zum Psychotherapeuten/-tin
  • 0,5 Stelle Ergotherapie
  • 1 Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Diplom-Pädagogin, mit insgesamt 25 Std/Wo., anteilig mit der Station D10. Ausbildung in Gestalttherapie und tanz- und bewegungstherapeutischen Methoden
  • 0,5 Stelle Sozialarbeit

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

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