Dortmund-Hemeraner Tage 2015

"Der Auftakt ist verheißungsvoll", so eine Teilnehmerin der 17. Dortmund-Hemeraner Tage, die am 10. Juni 2015 mit den Grußworten des LWL-Landesrats Dr. Meinolf Noeker begannen. Noeker zeichnete die Entwicklung nach der Psychiatrie-Enquete im Jahr 1975 nach. In besonderer Weise ging er dabei auf die zukünftigen Herausforderungen für psychiatrischen Kliniken in Deutschland ein und benannte das neue Entgeltsystem PEPP, aber auch die Entwicklung ambulanter Versorgungssysteme als wesentliche Zukunftsaufgaben. Der Landesrat gab sich optimistisch, in den LWL-Kliniken diese anstehenden Aufgaben zu schultern und psychiatrische Versorgung weiterhin positiv zu gestalten.

Noch vor dem ersten Fachvortrag dankte Prof. Hans-Jörg Assion, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Dortmund, dem langjährigen Ärztlichen Direktor der Hans-Prinzhorn Klinik, Prof. Dr. Ulrich Trenckmann, und würdigte dessen Verdienste um die seit 17 Jahren durchgeführte Fachveranstaltung. Trenckmann war es, der die Dortmund-Hemeraner Tage initiiert hatte.

Herr Dr. Hans Kammeier aus Münster, machte mit seinem Vortrag: "Enquete und Forensik" den Auftakt. Er zeichnete ein kritisches Bild der Entwicklung der letzten 40 Jahre in der forensischen Psychiatrie und forderte spezifischere Angebote für forensisch Untergebrachte. Dabei hob er besonders die noch unzureichend entwickelte ambulante Versorgung hervor und plädierte dafür, sich nicht allein auf die stationäre Behandlung zu kaprizieren, welche hohe Kosten pro Patient produziere.

Neben seinen persönlichen Reminiszenzen aus 40 Jahren psychiatrischer Entwicklung nach der Enquete, zitierte Prof. Hans Stoffels aus Berlin die griechische Mythologie, um die Frage nach Integration und Ausgrenzung aus seiner Sicht zu beleuchten. Sein lebendiger und zum Nachdenken anregender Vortrag zeigte, weshalb Stoffels immer wieder gern gesehener Gast der Dortmund-Hemeraner Tage ist.

Es folgten praxisorientierte Vorträge aber auch weitere Rückblicke aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln der psychiatrischen Versorgung. Ein vielversprechender Auftakt am ersten Tag.

Am zweiten Tag standen forensische Themen im Blickpunkt der Veranstaltung. Kritisch wurden die erheblich steigende Aufnahmen in die Forensik gesehen, aber auch die stetig ansteigende Verweildauer psychisch Kranker in forensischen Kliniken.

Besonders gefreut haben sich die Veranstalter, Dr. Vera Schumann als Besucherin der Fachveranstaltung begrüßen zu dürfen. Sie war die erste Ärztliche Direktorin des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie in Lippstadt.

 

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