Auf der griechischen Station der LWL-Klinik Hemer wird köstlich gebacken!

Köstliches Gebäck auf der griechischen Station der LWL-Klinik Hemer.

Die Patientinnen und Patienten der Station A1A backen und kochen ausgesprochen gern. Eine Aufgabe des täglichen Lebens, die hier auch Teil der Therapie ist. Das Back-Team muss Einkauf und Zubereitung planen, sich organisieren, Verantwortung übernehmen, mit Zeitdruck umgehen und im Team arbeiten. Dass diese Therapie auch noch ausgesprochen "lecker" ("nostimo") ist, ist dabei ein positiver Nebeneffekt. "Hier wird das Essen immer mit ganz viel Liebe und Herzblut zubereitet", sagt Pfleger René ter Schüren. Das könne man riechen, schmecken und sehen: "Seit ich auf dieser Station arbeite, habe ich zehn Kilo zugenommen."

Heute backen Frau Joannou K. (52), Semat C. (46) und Stergiou P. (68). Es gibt Melomakaruna, also Gebäck mit Zimt, Cocos und Mandel-Verzierung, Rivani (Grieskuchen), Spanakopita (Spinattaschen) und vieles mehr.

Ingo Frigge mit den "Bäckern" in der Küche.Joannou K. ist „Bäckerin“ aus Leidenschaft. Überhaupt bereitet sie gerne Essen zu. Bis zu ihrer Frühverrentung hat sie in der Gastronomie gearbeitet. Seitdem bei der 52-jährigen Griechin eine Krebserkrankung ausgebrochen ist, wurde sie schon vier Mal operiert. Die Krankheit hat auch Depressionen bei ihr ausgelöst. In der LWL-Klinik fühlt sie sich jetzt sehr wohl. Schon vier Wochen ist sie hier.

 

"Zu uns kommen griechischstämmige Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland", sagt der Oberarzt Andreas Pastellas. "Mit unserer Station sind wir bundesweit Vorreiter." Und tatsächlich ist die Hemeraner "Station mit interkulturellem Behandlungsschwerpunkt für griechische Migranten" die erste bundesweit.

Aus der Küche schallen griechische Musik und das Klappern von Schüsseln und Backblechen. Die Rezepte wurden schon vor Tagen besprochen, die Zutaten gestern eingekauft. Die Atmosphär ist familiär. Wer heute nicht backen muss, macht sich in der Küche zwischendurch einen Frapogalo, einen besonderen kalten Kaffee mit Eiswürfeln und einem Hütchen von festem Schaum. Keiner verlässt die Küche ohne ein nettes Wort mit dem Koch-Team zu wechseln, auch kurze Umarmungen drücken viel Herzlichkeit aus.

Semat C. (46), die sichtlich positivem Stress ausgesetzt ist und gleichzeitig die Uhr und das Gebäck für über 20 Personen im Blick hat, erzählt, dass die Esskultur in Griechenland besonders wichtig ist. Und die Gemeinschaft! Auch, wenn Konflikte manchmal sehr laustark ausgetragen würden.

Auch sie leidet unter Depressionen, war schon mehrfach in der LWL-Klinik. Es ist ihr ganz wichtig, einen Rat zu geben: „Menschen, die sich schlecht fühlen, sollten frühzeitig kommen, nicht zu lange warten. Dann kann einem am besten geholfen werden!“

Auch der LWL-Direktor Matthias Löb lässt es sich schmecken.Und während er schon neuen Teig anrührt, stimmt Stergiou K. (68) ihr zu. Ihm sei die LWL-Klinik Hemer empfohlen worden, berichtet er. Von einer deutschen Ärztin in Gevelsberg. Eben weil es hier die Station für griechische und griechisch-stämmige Patienten gibt, die einen guten Ruf hat. Tatsächlich geht es ihm hier „von Tag zu Tag besser“.

Hier hat er wieder mehr innere Ruhe gefunden. Besonders wichtig sind ihm die Gruppentherapien. Aber auch die Beschäftigungstherapie macht dem Patienten Spaß. Stergiou K., Semat C. und Joannou K. sind optimistisch, bald wieder ihren Alltag selbständig meistern zu können. Dem Stress in der Küche sind sie heute auf jeden Fall gewachsen.

Mit 15 Betten ist die griechische Station deutlich kleiner als die anderen Stationen mit rund 30 Betten. Hier arbeiten u.a. ein griechischer Oberarzt, eine griechische Psychologin, eine griechische Stationsärztin und ebenso eine griechische Krankenschwester. Pfleger René ist der griechsischen Sprache noch nicht so mächtig, aber er lernt jeden Tag dazu. Er spricht nur "ligo" griechisch, also wenig. "Die Patienten bringen mir griechisch bei, ich ihnen deutsch. Manche haben sich hier entschieden, einen Deutschkurs zu machen."

Das Stations-Team kennt die Besonderheiten seiner Patienten. Griechen seien sehr emotional. "Wenn sie seelisch leiden, leidet immer auch der Körper mit", sagt Pastellas. "Herz, Kopf und Magen. Und das müssen wir bei der Therapie natürlich berücksichtigen."

Stergiou K., Semat C. und Joannou K. wollen heute die Mägen ihrer Mitpatienten und -patientinnen "streichlen". Das Essen ist fertig! "Elate na fate!" "Kommt zum Essen!"

LWL-Direktor Matthias Löb besucht die Griechische Station der LWL-Klinik Hemer.

 

So erreichen Sie uns

LWL-Klinik Hemer
Hans-Prinzhorn-Klinik
Frönsberger Straße 71
58675 Hemer
Tel.: 02372 861-0
Fax: 02372 861-100

» E-Mail-Anfrage senden

Pressespiegel

Spende "Provinzialer Westfalen"

Förderverein der LWL-Klinik freut sich über großzügige Spende der "Provinzialer in Westfalen"

» weiterlesen


Grundsteinlegung

Grundsteinlegung für neues Krankenhausgebäude

» weiterlesen

Zertifikat seit 2013 audit berufundfamilie

KTQ-Zertifikat

DDBT Zertifikat Gold